Macaroni Cheese: Rezept für den US-Klassiker - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Rezept für Macaroni & Cheese: Mach den Mackeroni

Foto: Peter Wagner

US-Nationalgericht Hey, Macaroni!

Eines der Leibgerichte unserer US-amerikanischen Freunde ist recht simpel gestrickt - aber total lecker: Macaroni and Cheese. Heute mal besonders multikulturell mit deutschen Nudeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Club Steak, Turkey, Pulled Pork, Sloppy Joe, Buffalo Wings oder Salisbury Steak - alles heiß geliebte Nationalgerichte in den USA. Doch es muss nicht immer Fleisch sein: Nichts lässt den Amerikaner so schnell in Kindheitserinnerungen schwelgen wie die "Elbow Macaroni"; natürlich am besten so, wie Grandma sie gekocht hat.

Und die sind sehr einfach gestrickt. Das Grundrezept beschränkt sich nämlich auf nur zwei Zutaten, die im anderen, geläufigeren Namen dieses Gerichts schon benannt sind: Macaroni and Cheese. Was hier genau an Käse in die Soße muss, liegt im Ermessen des Zubereitenden. Hauptsache, der Matsch ist "al kukidente" weichgekocht, zieht lange Fäden und macht schon nach wenigen Löffeln satt.

Nudeln, die wie kleine Ellenbogen aussehen

Bei den Nudelsorten für Mac and Cheese ist man in den USA weniger päpstlich als in Italien. Im Grunde landen so gut wie alle denkbaren Pasta-Arten als Macaroni in der Käsepampe, wenn sie eher länglich und in der Mitte hohl sind. Die deutschen Makkaroni - die ganz langen, ebenfalls mit Loch - wären den beim Essen eher pragmatischen Amerikanern wohl zu kompliziert in den Mund zu kriegen. Stattdessen sieht man die dünneren, mittellangen Maccheroni so oft wie schmale Penne oder Rigatoni, am häufigsten aber die easy zu essenden halbrunden Nudeln, ähnlich der Sorten, die in Italien als "Pipe Rigate" oder "Chifferi Rigati" verkauft werden.

In den USA hatte der italienische Pasta-Weltkonzern Barilla diese Form mit dem Schwung zunächst als "Chifferi" und "Gomiti" angeboten, nach ein paar Jahren aber Einsicht gezeigt - und die Verpackung mit dem gebräuchlichen US-Straßennamen beschriftet. Diese Nudeln sehen mit etwas Fantasie wie kleine Ellenbogen aus und werden daher, wenn sie schließlich in halbflüssigem Käse ertränkt sind, auch als "Elbow Macaroni" bezeichnet.

Das Globalisierungspotenzial von getrocknetem Hartweizenteig

In Deutschland haben die Pasta-Giganten nie mit den Makkaroni ihren Marketingfrieden schließen können. Deshalb wird die lange hohle "Pasta lunga" hierzulande noch immer als "Ziti", "Zitone", "Bucatini" oder (bei Barilla) "Maccheroncini" angeboten - und hat, zumindest aus italienischer Sicht, nichts mit den wahrscheinlich auf Sizilien erfundenen echten Maccheroni zu tun.

Wahrscheinlich, weil noch nicht endgültig geklärt ist, was genau im Jahr 1154 als Zubereitung von "Maccaruni" erstmals schriftlich beschrieben wurde: Der marokkanische Autor stammte zwar nicht aus Sizilien, arbeitete aber nach dem Botanikstudium in Córdoba bis zu seinem Tod als Geograf am Hofe des Königs Roger II. in Palermo.

Schon wieder eine Geschichte, an der sich das Globalisierungspotenzial von getrocknetem Hartweizenteig zeigt. Darum koppeln wir in unserer heutigen Interpretation des Themas "Macaroni and Cheese" urdeutsche dicke Makkaroni mit dem amerikanischen Prinzip, dazu einen Gorgonzola als Käsegeschmacksverstärker einzusetzen - und das Ganze auch noch als in Scheiben aufschneidbares "al forno"-Gericht zu servieren.

Man kann den Auflauf, in Tranchen geschnitten und in Butter gekrosst, mit einer Schüssel grünen Salat und frischem Dill essen. Alternativ eignet sich der Nudelkuchen auch gut als Beilage für Scaloppine al limone oder Wildragout. Oder für die vom Vortag übrig gebliebene Tomatensauce.

Rezept für Macaroni & Cheese (Hauptgericht oder Beilage für 4 Personen)

Vorbereitungszeit: 5 Minuten

Zubereitungszeit: 40 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach

Zutaten
400 g deutsche Makkaroni (auch als "Ziti" oder "Maccheroncini" gehandelt)75 g Butter
125 ml Milch
200 g Gorgonzola
100 g italienischer Schnittkäse, gerieben (z.B. Burgeiser oder Fontina)
4 Eier
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
1 Prise Salz und weißer Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung

Pasta in Salzwasser kochen, bis sie noch etwas zu al dente ist. In kaltes Wasser geben. In der Zwischenzeit den Gorgonzola klein würfeln und zusammen mit dem geriebenen Käse und der Butter in der Milch schmelzen. Nicht aufkochen. Leicht abkühlen lassen und mit Mixer in die Eier rühren, bis eine glatte Flüssigkeit entsteht. Mit Muskatnuss und Pfeffer beherzt abschmecken, vorsichtig salzen, weil der Käse bereits viel Salz enthält.

Nudeln sorgfältig nebeneinander in ein passendes Gefäß (z.B. Kasten-Kuchenform, Innenwände einfetten) einlegen. Nach jeder Lage etwas von der Eier-Käse-Mischung einfüllen. Bei 180 Grad (keine Umluft) im Backofen 35 Minuten backen. Danach (am besten über Nacht im Kühlschrank) vollständig durchkühlen lassen. Luftdicht in Folie verpackt hält sich der Auflauf 5 Tage im unteren Kühlschrankfach.

Anrichten

Wenn die Mac & Cheese im Mittelpunkt stehen sollen, entweder den ganzen Auflauf langsam im Dampfgarer (oder Backofen in einer Wasserschale) auf Serviertemperatur erwärmen und am Tisch in ca. 2 cm dicke Scheiben schneiden - oder vorher aufschneiden und in der Küche in etwas Butter goldgelb ausbraten. Dazu passt eine Schüssel mit leicht süßlich abgeschmecktem grünen Salat und viel frischem Dill.

Küchen-Klang

So grenzenlos undogmatisch wie die Käsenudeln musizieren die aus Portugal, Spanien, England und Frankreich stammenden Mitglieder der Londoner Post-Hippie-Band Cristobal and the Sea. Der wilde Sprachen- und Stilmix auf "Sugar Now" (City Slang) erinnert an Broken Social Scene oder die späten Talking Heads.

Getränketipp

Bei der Suche nach einem frischen Rotwein als Begleiter, der vielleicht auch leicht temperiert (15-16 °C) getrunken werden kann, stießen wir auf die Rebsorte Lacrima di Morro d'Alba, die in der Gestalt des Querci Antica Lacrima di Morro d'Alba DOC 2013* schon beim Öffnen der Flasche ein intensives und munter machendes Veilchen-Aroma verströmt, zu dem die sanften Tannine und der Mandelgeschmack perfekt passen.