Rezept für Eiercurry aus Sri Lanka - DER SPIEGEL
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Nervennahrung Heute gibt es ein Eiercurry aus Sri Lanka

Sie haben von Ostern noch hart gekochte Eier übrig? Dann hat unsere Köchin Verena Lugert das perfekte Rezept für Sie – dafür würde es sich sogar lohnen, noch mal Eier zu kochen.

Vergangenes Jahr wollte ich, wie fast immer am Ostermontag, einen Eiersalat aus den bunt gefärbten Eiern machen, die vom Osterfrühstück am Vortag übrig geblieben waren. Eiersalat schmeckt wunderbar – aber letztes Jahr hatte ich Lust auf etwas anderes. Mir fiel das Eiercurry ein, das ich einmal in Sri Lanka gegessen hatte.

Currys waren auf dieser Reise eine tägliche Mahlzeit, ich habe sie mit allem gegessen, was es auf der Insel an Gemüse, Fisch und Geflügel nur gab: Jackfruit-, Fisch- und Linsen-Curry, Currys mit roten Beten, mit Auberginen, mit Hühnchen oder mit Okraschoten. Ich liebte die Currys.

Einmal ging ich über einen Markt in einem Dorf, das nahtlos in die Stadt Ambalangoda überging, die für ihre Dämonenmasken und Feuertänzer bekannt ist. Ein Marktstand reihte sich an den anderen, in üppigen Büscheln hingen Bananen von Markisengestängen, in großen, offenen Säcken wurden rote und grüne Chilis verkauft. Riesige Papayas, aufeinandergestapelt, säumten die Marktgasse, wie auch Ananasberge, Wassermelonenpyramiden und große Haufen von Rambutans, wie die litschiartigen Steinfrüchte heißen, die von einer roséfarbenen Schale mit streichelweichen Stacheln umhüllt sind.

Dann kamen die Stände mit den rotis und parathas, den flachen, auf Holzkohle unter Wenden gebackenen Broten. Und bald roch ich den Duft von Curry. Bei den Ständen in diesem Dorf sah ich zum ersten Mal ein Curry, cremig und gelb, in dem weder Gemüse noch Fisch noch Fleisch badete – sondern ganze und halbierte hart gekochte Eier. Ich nahm eine Portion mit und ein heißes roti, ging die paar Schritte zum Strand, an dem sich die Wellen des Indischen Ozeans brachen, setzte mich unter eine Palme und aß dieses besondere Curry. Tunkte das Brot ein und fühlte mich glücklich.

Jahre später schälte ich in der heimischen Küche blaue, rot geringelte und lila getupfte Eier. Und kochte – umgeben von Osterglocken und Schokohasen – dieses Eiercurry aus Sri Lanka nach. Briet die Eier an, dann die Zwiebeln, den Ingwer. Und ließ mich von den betörenden Düften gedanklich nach Sri Lanka geleiten, zu den Palmen, den vibrierenden Farben, zum Sinnesrausch der Gewürze.

»Abwechslung ist die Würze des Lebens«, so lautet ein Sprichwort in Indien und Sri Lanka. Ein Curry am Ostermontag? Warum nicht, es schmeckt herrlich. Wenn Sie häufiger indisch oder südostasiatisch kochen, haben Sie alles, was sie benötigen, im Vorratsschrank. Und die hart gekochten Eier? An denen sollte gerade kein Mangel sein.

Nervennahrung

Unsere Köchin begleitet Sie durch die Pandemie: Jeden Montag präsentieren wir hier eines von Verena Lugerts Rezepten – nicht aufwendig, aber raffiniert. Ihr Credo: Gutes Essen macht nicht nur satt, sondern auch glücklich. Hier finden Sie alle bisher erschienenen Rezepte.

Rezept für sri-lankisches Eiercurry

Für 4 Personen

  • 3 Schalotten oder kleine rote Zwiebeln, geschält und in dünne Scheiben geschnitten

  • Saft von 1-2 Limetten

  • 6-8 hart gekochte Eier, geschält

  • 2 EL Kokosöl

  • ½ daumengroßes Stück Ingwer, gerieben

  • 1 kleine rote oder grüne Chilischote, von den Kernen befreit, in dünne Ringe geschnitten, eventuell etwas mehr, zum Anrichten

  • 2 Knoblauchzehen, geschält und fein gewürfelt oder geraspelt

  • 2 TL Kurkuma

  • 2 EL Curry

  • 2 TL Bockshornkleesamen, ganz oder gemahlen

  • 1-2 kleine, getrocknete Chili, zwischen den Fingern zerrieben (ohne Kerne)

  • 1 EL gelbe oder schwarze Senfkörner

  • 12 kleine Cocktailtomaten

  • 1 Dose (400 ml) Kokosmilch

  • Salz

  • eventuell 1 Handvoll Korianderblätter

  1. Ein Drittel der in Scheiben geschnittenen Schalotten oder Zwiebeln mit etwas Salz bestreuen und mit Limettensaft bedecken.

  2. Im heißen Kokosöl die Eier, die vorher einige Male mit einer Gabel eingestochen worden sind, rundherum golden anbraten. Gebratene Eier zur Seite geben.

  3. Im verbliebenen Kokosöl bei deutlich niedrigerer Temperatur die restlichen geschnittenen Zwiebeln, Ingwer, Chili und Knoblauch langsam braten, dann alle Gewürze zugeben.

  4. Tomaten vierteln und zugeben, zwei Minuten unter Rühren schmoren lassen, Kokosmilch zugeben, alles circa zehn Minuten simmern lassen.

  5. Eier, teilweise halbiert, teilweise ganz, zugeben, alles zwei Minuten köcheln lassen. Das Curry abschmecken, salzen.

  6. Mit den marinierten Schalotten, eventuell etwas frischem Chili und den Korianderblättern servieren. Lassen Sie es sich schmecken!