Cocido de Garbanzos: Ein Topf, viele Zutaten, noch mehr Geschmack
Suppen und Eintöpfe Soulfood mit Hülsenfrucht
Essen aus einem einzigen großen Kochgefäß ist die weltweit wohl beliebteste und verbreitetste Nahrungsform. Wo man hinkommt, gibt es jedenfalls erst mal einen Teller Suppe: In Polen einen Bigosch mit Sauerkraut, Pilzen und allerlei Schweinernem; weiter östlich in der Ukraine oder Russland sind es die Eintöpfe auf der Basis von Roten Beten, Kohl oder Salzgurken - Borschtsch, Schtschi und Soljanka. In Griechenland steht beim Stifado Fleisch im Zentrum, aus arabischen und nordafrikanischen One-Pots kommen Maghmour (Aubergineneintopf), Sabanekh (Spinateintopf) oder die nach ihrem irdenen Kochgefäß mit dem typischen Zipfelmützendeckel benannten Tajines.
Die Cajun-Küche Louisianas ist erfüllt vom Schmackofatzgeruch des Jambalaya mit Huhn und Garnelen, in Belgien blubbert derweil ein wallonischer Hochepot, in den Alpen von Bayern bis Slowenien liebt man den Ritschert mit Rauchfleisch und sättigenden Graupen und Hülsenfrüchten, während beim Irish Stew noch der älteste und ansonsten unessbare Hammel durch stundenlanges Kochen halbwegs kaubar wird. Weniger lang braucht die italienische Minestrone, die trotz feinerer Zutaten wie Pecorinokäse oder Salsiccias in ihrem tiefsten Herzen ein Stück Cucina Povera geblieben ist.
Cocido de Garbanzos: Ein Topf, viele Zutaten, noch mehr Geschmack
Lust auf Eintopf bekommen? Dann seien zwei aktuelle Kochbücher empfohlen, mit denen sich das Thema in höchst unterschiedliche Richtungen vertiefen lässt. Die niederländische Star-Autorin Tanja Dusy zeigt in "Asia-Noodle-Bowls", wie sich die Eintopf-Idee in eine für westliche Gaumen allzeit erträgliche Asia-Pasta-Richtung weiterkochen lässt. Die meisten ihrer 50 Rezepte sind echte Seelenwärmer-Hotpots und gerade im Winter eine tolle Abwechslung zu Pichelsteiner & Co.
Asia-Noodle-Bowls: 50 leichte Rezepte für Ramen, Salate und Wok-Gerichte
Dusy, TanjaEs muss nicht immer ein Tier im Topf sein
Wer garantiert nichts vom Tier in seinem Eintopf haben will, liest bei Österreichs bestem Veggie-Koch, Paul Ivic, über die "Vegetarische Winterküche"*: Der Chef im Wiener Restaurant Tian ist nicht nur einer der wenigen rein vegetarisch arbeitenden Michelin-Sterneköche Europas, er teilt seine Expertise auch immer wieder in leicht nachkochbaren Rezepten mit. Linseneintopf mit selbst gebackenem Sauerteigbrot, tiefrotes Kartoffelgulasch, frech paprizierte Kohlsuppe mit Kartoffelschmarrn-Crostini, Rotkohlsuppe mit karamellisierten Grießknödeln, Petersilienwurzelsuppe mit Spinatknödeln oder mit Grüntee parfümierte Eier in der Udon-Suppe: absolut empfehlenswert, selbst für alle, die sich bislang keinen Hotpot ohne Speck oder Rinderbrust vorstellen konnten.
Vegetarische Winterküche: Sternekoch Paul Ivic über Wintergemüse, wärmende Rezepte & festliche Menüs – Genussvolle Gemüseküche für die kalte Jahreszeit
Paul IvicPreisabfragezeitpunkt
18.10.2026 00.35 Uhr
Keine Gewähr
Für unsere heutige Variante des Madrilener Kichererbseneintopfes "Cocido de Garbanzos" wollen wir aber nicht auf Fleisch verzichten, denn Pökelbauch, Rinderbrühe und haufenweise scharfe Chorizo geben den sättigenden Hülsenfrüchten und der immensen Gemüsevielfalt des Gerichtes einen tiefen Basis-Wumms, den wir um so mehr lieben, je eingefrorener sich unsere Hände um die heiße Suppenschüssel krallen.
Rezept für Cocido de Garbanzos (Alleingericht für 4 Personen)
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Schwierigkeitsgrad: einfach
Zutaten
Eintopf
250 g Chorizo picante
400 g gepökelter und geräucherter Schweinebauch (z.B. Wammerl; Gelderländer Bauchspeck)
2 Zwiebeln
6 Knoblauchzehen
2 EL gehackte Rosmarinspitzen
1 L Fleischbrühe (im Original: Caldo)
5 Lorbeerblätter
1 TL Wildfenchelsaat
800 g gemischte Rüben, z.B. Möhren, Petersilienwurzeln, Steckrüben, Navetten, Pastinaken, Kohlrabi
1 TL Pimenton de la Vera Ahumado (geräuchertes spanisches Paprikapulver; alternativ: 2 TL mittelscharfes Paprikapulver)
500 g Kichererbsen (aus dem Glas oder über Nacht eingeweicht)
400 g weiße Bohnenkerne (aus dem Glas oder über Nacht eingeweicht)
200 g Lauch (nur die weißen Teile)
1 Prise Salz und Pfeffer
Garnitur
4 grobe Brühwürste nach Wahl, z.B. Blutwürstchen, Botifarra, Mettenden
2 EL glatte Petersilienblätter, gehackt
4 Rosmarinspitzen
Zubereitung
Chorizo längs halbieren und in dünne Halbmonde schneiden. Speck in 1 cm große Würfel schneiden. Knoblauchzehen häuten und in gröbere Stücke teilen. Zwiebeln häuten, halbieren und in dicke Streifen schneiden. Alles Wurzelgemüse putzen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden. Lauch putzen und in dicke Ringe schneiden.
Chorizo und Speck bei mittlerer Hitze in Bräter oder WOK auslassen, bis sie viel Fett abgegeben haben. Zwiebeln und Knoblauch zugeben und auf maximaler Hitze 5 Min. braten, dabei häufig durchschwenken oder umrühren. Rosmarin, Lorbeer, Wildfenchelsaat, Wurzelgemüse, Paprika und Brühe zugeben, kurz aufkochen und bei mittlerer Hitze 20 Minuten simmern lassen. Nach 15 Min. Kichererbsen, Bohnen und Lauch zugeben. Am Ende Lorbeerblätter entfernen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Wer den Eintopf pikanter haben will, kann eine in Ringe geschnittene Peperoni mit den Zwiebeln anbraten oder eine schärfere Variante des Paprikapulvers einsetzen.
Anrichten
Die Brühwürste in zwei Hälften schneiden und 5 Min. im heißen Eintopf ziehen lassen. Eintopf in vier große tiefe Teller füllen, Würste verteilen, mit der Petersilie bestreuen und nach Wahl mit je einem Rosmarinzweig ausgarnieren.
Getränketipp
Zu dem wärmenden Eintopf passt hervorragend ein nicht zu bitteres Schwarzbier oder ein vollmundiger Blanc de Noir-Weißwein aus typischen Rotweinreben wie der aprikosengelbe Spanier Ca'n Vidalet Blanc de Negre 2016 , bei dem sich nur kurz gepresste Trauben der Sorten Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon und der autochtonen Callet zu einem samtigen und fruchtstarken Ganzen verbinden, das bei einer Blindverkostung mit verbunden Augen auch für einen jungen Roten gehalten werden könnte.