Kölner Studentin hilft Flüchtlingen Schuhe für 1500 irakische Kinder
Gian Aldonani, Studentin in Köln, engagiert sich im Irak: "Ich kann nicht anders"
Foto: Matthias Jung/ UNI SPIEGELIhre lange Reise begann im Irak und führte sie unter anderem auf ein schrottreifes Schiff, das auf dem Weg übers Mittelmeer Feuer fing. Weil die Flammen gelöscht werden konnten, schafften es Gian Aldonani und ihre Familienmitglieder 2001 nach Deutschland, wo sie später als Asylbewerber anerkannt wurden.
Gian, 23, studiert nun Politik auf Lehramt in Köln - während Mossul, die Stadt, in der sie geboren wurde, von den Schlächtern des "Islamischen Staats" regiert wird. Zehntausende Menschen sind seit Mitte 2014 vor den Mörderbanden geflohen, darunter viele Angehörige der jesidischen Minderheit, der auch Gian angehört.
Gemeinsam mit ihrer Schwester Shilan und einer Kommilitonin will die Studentin etwas von ihrem Glück abgeben - und Menschen helfen, die selbst nicht die Kraft und das Geld für die Flucht haben. So gründeten die jungen Frauen das Hawar Hilfswerk - der Verein soll jesidische Kinder unterstützen, die in irakischen Camps außerhalb des IS-Gebiets leben.
Das Trio baute Infostände in der Kölner Innenstadt auf, startete Spendenaufrufe über Facebook und hatte bald darauf 11.600 Euro gesammelt. Doch anstatt das Geld zu überweisen, setzten sich die drei Studentinnen in ein Flugzeug. "Viele Leiter von Flüchtlingscamps im Irak sind korrupt", sagt Gian, "deshalb wollte ich ganz sicher gehen, dass unser Geld auch in die richtigen Hände gelangt."
Ausgabe 5/2015
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Kurz bevor sie in Erbil im Nordirak landeten, schaltete der Pilot alle Lichter am Flugzeug aus, um einen Abschuss durch den IS zu verhindern. "Da hatte ich große Angst", erinnert sich Gian, "aber als ich in den Camps ankam und sah, wie die Kinder im bitterkalten Winter froren, wusste ich, dass es sich gelohnt hatte."
Besondere Studenten: Wir sind hier die Guten
Von den Spenden kauften die Frauen Winterjacken und -schuhe für 1500 Kinder bei einem irakischen Großlieferanten. Alles ging gut, und die Studentinnen planen, schon bald erneut in den Irak zu fliegen. "Auf manche mag das leichtsinnig wirken", sagt Gian, "aber ich kann nicht anders."