Ehrenamt und Lebensrettung: Wenn Studenten Obdachlosen helfen - DER SPIEGEL
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Besondere Studenten: Wir sind hier die Guten

Foto: Henning Ross / UNI SPIEGEL

Studentin hilft Obdachlosen "Eine Wärme in mir, die ich vorher nicht kannte"

Einen Abend pro Woche verbringt Corinna Ruttert, 25, am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Dort kümmert sich die Studentin um Obdachlose. Sie weiß: Dieses Ehrenamt bedeutet mehr als Wolldecken auszuteilen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Eine Tasse Tee, ein Teller Suppe, eine Wolldecke - wenn es draußen so kalt ist wie in diesen Monaten, können es solche Dinge sein, die Obdachlosen das Leben retten. Corinna Ruttert, die in Düsseldorf Kommunikationsdesign studiert, hilft seit 2014 dabei, dass es Menschen ohne festen Wohnsitz ein bisschen besser geht.

Die 25-Jährige arbeitet einmal pro Woche ehrenamtlich für den "gutenachtbus", ein hauptsächlich durch Spenden finanziertes Projekt der Initiative "vision:teilen" und der Obdachlosenzeitung "fiftyfifty". Der Bus steht montags bis donnerstags erst vor einer Düsseldorfer Kleinkunstbühne und dann am Hauptbahnhof.

Ruttert kam über eine Kommilitonin zum "gutenachtbus" und war sofort begeistert. Es fühle sich "toll" an zu helfen, sagt sie: "Bei meinem ersten Einsatz hatte ich eine Wärme in mir, die ich so vorher nicht kannte." Anders als Einrichtungen in anderen Städten versorgt der "gutenachtbus" Obdachlose nicht nur im Winter: Das ganze Jahr über sind die Helfer unterwegs, um das Leben auf der Straße erträglicher zu machen - nicht nur mit Mahlzeiten und warmer Kleidung, sondern auch mit Gesprächen.

Die Arbeit, die die Leute vom "gutenachtbus" und andere Ehrenamtliche leisten, wird immer wichtiger: Wie die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe kürzlich mitteilte, ist die Zahl der Obdachlosen allein von 2012 bis 2014 deutschlandweit um 50 Prozent auf rund 39.000 gestiegen. Auch Ruttert und ihre Kollegen merken, dass die Wohnungslosigkeit zunimmt: Mittlerweile suchen jeden Abend rund 60 Menschen den Hilfebus auf.

Nach dem Dienst, gegen 0.30 Uhr, geht Ruttert mit gemischten Gefühlen nach Hause. "Einerseits freue ich mich, dass ich helfen konnte. Andererseits macht es mich traurig, dass die Menschen, die ich getroffen habe, nicht so wie ich in einem richtigen Bett schlafen können."

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