DaimlerChrysler: Gewaltakt für den neuen Smart - DER SPIEGEL
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DaimlerChrysler Gewaltakt für den neuen Smart

Damit die zwei neuen Kinder der Smart-Familie genügend Käufer finden, will DaimlerChrysler die Zahl der Verkaufsstellen mehr als verdoppeln. Viele Händler sorgen sich wegen der hohen Investitionen - und zweifeln offenbar an den Marktchancen des Viersitzers.
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Stuttgart/Renningen - 41 Smart-Center gibt es bisher in Deutschland, bis Anfang 2004 sollen es 110 sein. Zeitgleich solle die Zahl der Werkstätten von 109 auf 220 steigen. Dies berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf den DaimlerChrysler-Vertrieb.

Auch in den anderen Ländern Europas solle mit einer ähnlichen Vertriebsoffensive der Boden für den Erfolg der neuen Smart-Modelle gelegt werden. Der Smart-Roadster werde ab April 2003 verkauft, der Viersitzer des Kleinstwagens ab 2004.

Auf die Händler kommen damit erhebliche Investitionen zu. Ulrich Fromme, Sprecher der deutschen Smart-Händler, sagte der Zeitung, dass der Ausbau des Filialnetzes europaweit einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten könnte.

Viele Händler hielten die Investitionsforderungen für überhöht, berichtet das Blatt. Sie seien nicht bereit, Ausstellungsräume, Parkplätze und Werkstätten in dem von DaimlerChrysler geforderten Maße auszubauen oder zu erneuern.

Das Blatt zitiert den Chef eines Smart-Centers mit der Ankündigung, die Händler würden ihre gemeinsame Marktmacht ausnutzen, um DaimlerChrysler zu Kompromissen bei den Forderungen zu drängen. Ein neuer Smart-Center kostet dem Bericht zufolge eine bis fünf Millionen Euro. Gerade in innenstädtischen Lagen würden sich Händler um ihre Renditen sorgen.

Werden die neuen Smarts ein Verkaufsschlager, winken den Händlern beträchtliche Umsatzsteigerungen. Manche Händler rechnen dem Bericht zufolge mit Einnahmesteigerungen um 60 Prozent. Selbst bei den professionellen Smart-Verkäufern gibt es aber auch Zweifel am Erfolg der neuen Modelle.

Mit dem Viersitzer etwa bewegt sich DaimlerChrysler aus der bisherigen Nische hinaus in den Massenmarkt und konkurriert direkt mit Modellen wie dem Ford Ka oder dem VW Lupo. Dieses Segment sei hart umkämpft und müsse erst erobert werden, sagte ein weiterer besorgter Händler der Zeitung.