Deutsche Bank Koch verteidigt Ackermanns Stellenabbau
Berlin - "Arbeitsplätze um jeden Preis kann man nicht verlangen", sagte Koch (CDU) der in Berlin erscheinenden "Welt" (Freitagausgabe). Er betonte: "Die Deutsche Bank beispielsweise soll eine deutsche Bank bleiben, dazu muss sie ihre Rendite steigern." Wenn Vorstandschef Ackermann sich darum nicht kümmere, "wäre diese Bank sehr bald ein Übernahmekandidat, und dann wären alle Arbeitsplätze in Gefahr".
Ackermann hatte kürzlich einen Anstieg des Nettogewinns um 87 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro bekannt gegeben, zugleich aber erklärt, die Bank wolle ihren Sparkurs verschärfen. Das hatte teils wütende Proteste bei Gewerkschaftern und Politikern ausgelöst. SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter hatte dem Institut beispielsweise jegliche patriotische Gesinnung abgesprochen "Ich weiß nicht, woher die diesen Namen überhaupt noch verdient ... eine solche Bank, die müssten ja eigentlich anständigerweise diesen Namen ablegen, wenn sie so mit ihrer Verantwortung, mit dem Standort in Deutschland umgeht." Seit Amtsantritt des Schweizers 2002 hat der Konzern rund 20.000 Stellen abgebaut.
Koch sagte weiter: "Ökonomischer Unsinn kann nie zur patriotischen Pflicht werden." Allerdings erwarte er von Unternehmern "zumindest dort, wo der Kostennachteil gering ist", dass sie Arbeitsplätze in Deutschland beließen und dazu "alle Kreativität anstrengen".
Anfang der Woche hatte der CDU-Ministerpräsident vorgeschlagen, dass ausländische Manager und Spitzenarbeitskräfte künftig pauschal nur noch 30 Prozent Steuern auf ihr Einkommen zahlen sollen. Das sind zwölf Prozentpunkte weniger als der Spitzensteuersatz. Im Gegenzug dürfen allerdings weder Werbungskosten noch Sonderausgaben abgezogen werden. Dadurch sollen nach Vorstellung Kochs Topmanager nach Deutschland gelockt werden. Der Gesetzesantrag, der am Donnerstag erneut im Finanzausschuss des Bundesrates beraten wurde, war zuvor in der SPD-Führung auf Ablehnung gestoßen und als "Lex Ackermann" kritisiert worden.