Druck auf Daimler Kuweit fordert Smart-Verkauf
Frankfurt am Main - "Meiner Ansicht nach ist Daimler mit Smart nicht erfolgreich gewesen, die Umsätze wurden dadurch gedrückt, also müssen sie diese Firma einmal loswerden", sagte der Geschäftsführer der staatlichen Kuwait Investment Authority (KIA), Bader al-Saad, heute dem Wirtschafts-Fernsehsender Bloomberg TV am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Über KIA hält der Golf-Staat Kuweit 7,2 Prozent an DaimlerChrysler und ist damit der größte Einzelaktionär. Das Land hat allerdings keinen Sitz im Aufsichtsrat des deutsch-amerikanischen Autobauers.
Der 1998 mit dem schweizerischen Uhrenhersteller Swatch gegründete Kleinwagenbauer macht seit dem Start Verluste. Der neue DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hat der Sparte deswegen ein Sanierungsprogramm verordnet. 2007 soll Smart mit nahezu halbierter Belegschaft und weniger Modellen schwarze Zahlen schreiben.
Zetsche hatte zuletzt betont, die Sanierung aus eigener Kraft habe Vorrang vor der Partnersuche. In den vergangenen Tagen waren dennoch Spekulationen um die Zukunft von Smart laut geworden. DaimlerChrysler hat laut Presseberichten die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt, nach möglichen Partnern für Smart zu suchen. Branchenkreisen zufolge sollen auch die Chancen für einen möglichen Verkauf ausgelotet werden.
Lob für Pläne zum Konzernumbau
Für sein aktuelles Umbauprogramm für den Gesamtkonzern bekam Zetsche jedoch Lob vom Großaktionär Kuweit. "Das Management hat einen tollen Job bei den jüngsten Reformen gemacht, wir sind mit unserer Beteiligung zufrieden", sagte al-Saad. Es sei nicht geplant, den Anteil in nächster Zeit aufzustocken oder zu reduzieren.
Erst gestern hatte DaimlerChrysler eine Neuordnung seiner Verwaltungsfunktionen angekündigt. Weltweit fallen 6000 Stellen weg. Wie das Unternehmen mitteilte, werden die Bereiche Finanzen und Controlling, Personal sowie Strategie über den gesamten Konzern hinweg zentralisiert und Doppelkapazitäten abgebaut. Auf diese Weise sollen die Verwaltungskosten um 1,5 Milliarden Euro pro Jahr verringert werden. Das auf drei Jahre angelegte Programm soll aber zunächst rund zwei Milliarden Euro kosten.