Geschäftsklima Aufwärts im Kriechgang
Frankfurt am Main - Ein echter Aufschwung lässt sich nicht aus den Zahlen ablesen, die das Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung am Montag vorstellte. Die monatelange, rasche Talfahrt aber ist gestoppt.
Die Konjunkturforscher haben nach Umfrage unter Unternehmern errechnet, dass der Geschäftsklimaindex auf 84,9 gestiegen ist - nach 84,7 Punkten im Oktober. Volkswirte von Banken hatten aber mit einem Index-Stand von 85,1 gerechnet. Im Osten erholte sich der Geschäftsklimaindex etwas deutlicher auf 97,3 Punkte, nach 96,5 im Oktober.
Nicht nur der Anstieg fiel niedriger aus als erhofft - hinzu kommt, dass Unternehmen die aktuelle Situation in Westdeutschland schlechter als im Vormonat beurteilen. Der Index der Geschäftsbeurteilungen sank auf 79,1 (79,9 im Oktober). Mit Blick auf die Zukunft zeigten sie sich optimistischer, der Index für die Geschäftserwartungen stieg auf 90,9 (zuvor: 89,6).
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In Ostdeutschland blieb der Index für die Geschäftsbeurteilungen unverändert bei 115,1, während der Index für die Geschäftserwartungen auf 80,5 (zuvor: 79,1) stieg.
Der Ifo-Index gehört zu den am meisten beachteten Konjunkturbarometern in Deutschland. Nach den Terroranschlägen in den USA war der Index im September drastisch eingebrochen, nach leichteren Rückgängen im Juli und August. Die Werte des Jahres 1991 werden als Referenzwert genommen und auf einen Index-Stand von 100 gesetzt.
Hoffen auf sinkende Zinsen
Nach Einschätzung des Ifo-Volkswirtes Gernot Nerb signalisiert der leichte Anstieg noch keine konjunkturelle Wende, zugleich gebe es aber erste Hoffnung auf eine baldige Erholung.
"Der Anstieg der Erwartungen ist ein erster Anhaltspunkt, dass sich der Abschwung zumindest verlangsamt", sagte Nerb. Von einer Wende könne erst die Rede sein, wenn es in drei aufeinander folgenden Monaten einen Anstieg gegeben habe. Nerb bekräftigte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) Spielraum für eine Leitzinssenkung habe.