Deutschland: Getreide der aktuellen Ernte häufiger nicht mehr zum Brotbacken geeignet - DER SPIEGEL
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Wechselhaftes Wetter Getreide der aktuellen Ernte häufiger nicht mehr zum Brotbacken geeignet

Das trockene Frühjahr und der verregnete Sommer haben den Landwirten in diesem Jahr zugesetzt. Der Agrarhandel warnt: Beim Getreide führt das zu Qualitätseinbußen.
Mähdrescher bei Bad Friedrichshall: »Die Qualitäten des Getreides reichen häufiger nicht mehr aus«
Mähdrescher bei Bad Friedrichshall: »Die Qualitäten des Getreides reichen häufiger nicht mehr aus«

Mähdrescher bei Bad Friedrichshall: »Die Qualitäten des Getreides reichen häufiger nicht mehr aus«

Foto: imago stock / IMAGO/Arnulf Hettrich

Das trockene Frühjahr und der verregnete Sommer in diesem Jahr haben sich Agrarverbänden zufolge negativ auf die Qualität des in Deutschland geernteten Getreides ausgewirkt. »Die Qualitäten des Getreides reichen häufiger nicht mehr aus, um als Brotweizen oder Braugerste verkauft zu werden«, sagte Martin Courbier, Geschäftsführer des Bundesverbands Agrarhandel, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Der Selbstversorgungsgrad Deutschlands in Sachen Getreide ist in den letzten Jahren rückläufig«, warnte Courbier.

Selbst durchschnittliche Ernten seien keine Selbstverständlichkeit mehr. Courbier warnte vor einer Importabhängigkeit und forderte eine nachhaltige Produktionssteigerung, Technologieoffenheit und »keine Denkverbote im Hinblick auf neue Anbau- und Behandlungsmethoden«.

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Biobetriebe scheinen besser mit den Wetterkapriolen zurechtzukommen als die konventionell arbeitende Konkurrenz. Peter Röhrig, Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), beobachtet unterm Strich bessere Ernten – wenngleich sich die Lage abhängig von Kultur und Region unterscheiden könne. »In Regionen mit zuletzt häufigeren Niederschlägen hat dies beispielsweise die Backfähigkeit des Getreides zum Teil verschlechtert, andernorts sind verbesserte Qualitäten zu erwarten«, erklärte Röhrig auf Anfrage des RND.

Die Bundesregierung äußerte sich zurückhaltend. Aktuell gebe es für die Ernte 2025 noch »kein abschließendes Bild«, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMLEH) auf Anfrage des RND. »Teilweise läuft die Ernte noch, zum Teil werden die Daten noch zusammengetragen.« Erst Anfang September stellt das Ministerium den amtlichen Erntebericht 2025 vor, der dann verlässliche Zahlen zu Erntemengen und Qualitäten von Getreide, Raps und Kartoffeln liefern sowie regionale Unterschiede nach Bundesländern aufzeigen wird.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Zeile der Meldung nach Erscheinen angepasst; das Getreide ist häufiger nicht mehr zum Brotbacken geeignet, nicht häufig.

hej/AFP