Kursdrama an den Börsen Nasdaq im Sturzflug
Frankfurt am Main - Der Nemax 50 ging mit drastischen Verlusten von 9,73 Prozent bei 2761,31 Zählern aus dem Handel und verbuchte den größten Tagesverlust dieses Jahres. Am Nachmittag hatte der Index zeitweilig über zehn Prozent verloren. Der Dax fiel um 3,56 Prozent auf 6248,76 Punkte.
Erneut gerieten auch die US-Titel unter Druck. Die US-Technologiebörse Nasdaq gab nach ihrem Jahrestiefststand vom Dienstag bis Handelsschluss in Deutschland erneut 5,68 Prozent auf 2370 Zähler ab, wobei die Stimmung Händlern zufolge von Gewinnwarnungen und Herabstufungen einiger US-Unternehmen zusätzlich beeinträchtigt wurde.
Händler machten in erster Linie aber die Zinsentscheidung der US-Notenbank vom Dienstagabend für den Rutsch verantwortlich. Die Fed hatte die Leitzinsen unverändert gelassen, aber vor einer Rezession gewarnt. "Greenspan hat zu oft das Wort Rezession gebraucht", sagte Rainer Gerdau, Analyst bei der Dresdner Bank. "Das hat die Anleger verunsichert."
"Die Anleger verkaufen Haus und Hof"
Nachdem die US-Börsen eingeknickt waren, gab es in der ganzen Welt kein Halten mehr. "Es war schon ein wenig erschreckend, wie der Markt in den USA reagiert hat", sagte Knuth Hochwald, Händler bei der Hamburger Sparkasse.
"Ich bin sprachlos", sagte ein Händler einer Düsseldorfer Bank zu den Kurseinbrüchen am Neuen Markt. Allein die Nasdaq-Verluste könnten die Panik nicht erklären. "Die Anleger verkaufen Haus und Hof und die Schwergewichte des Marktes sind so schwach, dass sie den Index nach unten ziehen", erklärte der Experte.
Neuer Markt: Zweistellige Verluste
Besonders hart erwischte es am Neuen Markt die Prout AG mit 28 Prozent Verlust. Die Firma hatte bekannt gegeben, statt eines ausgeglichenen Ergebnisses dieses Jahr vier Millionen Mark Verlust zu machen. Index-Schwergewichte wie Broadvision (minus 23 Prozent), Intershop (minus 16 Prozent) und Mobilcom (minus 13 Prozent) zogen den Nemax-50 in die Tiefe. T-Online gaben um knapp zehn Prozent nach.
"Keiner kann sich der schlechten Stimmung entziehen", sagte Fidel Helmer, Händler bei Hauck und Aufhäuser. Eine Richtungsänderung des Handels könne nur aus den USA kommen.