Neuer Markt Auf die Nase geflogen
Nach einer Untersuchung der "Welt" liegen nur noch Aktien von 36 Prozent der dort notierten Unternehmen oberhalb ihres Ausgabekurses. Lediglich 122 von insgesamt 337 Gesellschaften bringen den Aktionären der ersten Stunde auf dem derzeitigen Niveau noch einen Gewinn. "Gerade einige Neuemissionen der vergangenen Monate ließen die nötige Qualität vermissen", bemerkt ein Fondsmanager dazu.
Viele Anleger glaubten zu Beginn des Jahres an einen schnellen Gewinn, warfen jede Vorsicht über Bord. Diese Blindheit der Investoren hat sich eine Reihe von Unternehmen zu Nutze gemacht, an deren Börsenreife man inzwischen zweifeln muss. Mehrere Gesellschaften mussten ihre Prognosen nach dem Börsengang schon bald nach unten revidieren. Dazu gehörten Update.com, Mediascape, Intraware, Allgeier, United Visions oder pgam. "Der Neue Markt ist ein Risikomarkt - darüber müssen sich Anleger im Klaren sein", erklärt Thomas Zenner, Chefanalyst bei Kling Jelko.
Gewinner am Neuen Markt war in diesem Jahr bis zu diesem Zeitpunkt Aixtron. Das Unternehmen steigerte den Ausgabekurs von 4,26 Euro um 2787 Prozent. Trotz des Börsenmassakers der vergangenen Tage steht EM.TV bei den Gewinnern an zweiter Stelle. Das liegt am niedrigen Ausgabekurs von 0,35 Euro. Der größte Verlierer war Gigabell. Von den 38 Euro des Ausgabekurses sind 1,98 Euro übrig geblieben, die Insolvenz läuft noch.