New York Neue, alte Skyline?
Noch während des Aufräumens beginnt die Debatte über die neue New Yorker Skyline. Was kommt an die Stelle des World Trade Center?
Von
Carsten Volkery
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
New York - Ein Denkmal muss her, sagen die Sensiblen. Zwei neue Twin Towers, nur höher und breiter, fordern die Unbeugsamen. Die Debatte über die Zukunft des "Ground Zero" hat noch nicht offiziell begonnen. Aber New York wäre nicht New York, wenn es nicht vor Vorschlägen nur so wimmelte.
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Spekulationen begleiteten die Twin Towers von Anfang an. Bei der Eröffnung 1973 wurde der Architekt Minoru Yamasaki gefragt, warum er zwei 110-stöckige Gebäude statt eines 220-stöckigen Turms gebaut habe. "Ich wollte das menschliche Maß nicht verlieren", antwortete er unter Gelächter.
Jetzt wird die ewige Frage erneut gestellt: Wie hoch kann man bauen? Aus wirtschaftlicher Sicht ist bei 80 Stockwerken Schluss - höher ist unrentabel. Doch der Ferne Osten hat längst andere Maßstäbe gesetzt. Einen halben Kilometer hoch soll das Mori-Gebäude in Schanghai werden. Das sind noch einmal 50 Meter mehr als die Petronas-Türme in Kuala Lumpur, mit 452 Metern die höchsten Gebäude der Welt.
New York hätte jetzt die Chance, wieder in das Rennen einzusteigen. Doch der öffentlichen Diskussion nach zu urteilen, werden die New Yorker der Versuchung widerstehen. Die Zeit der Höhenrekorde ist vorbei. Das World Trade Center war ein Symbol des Kalten Krieges, als man es den Russen zeigen musste. Das hat man jetzt nicht mehr nötig.
Ganz leer soll der "Ground Zero" allerdings auch nicht bleiben - schließlich muss man es jetzt den Terroristen zeigen. Deshalb wurde sofort nach der Attacke der Ruf nach dem Wiederaufbau der Türme laut.