Quartalszahlen AOL Time Warner muss Bilanzen korrigieren
New York - Nach Bekanntgabe der Nachricht scherte sich kaum noch jemand um die Zahlen des kürzlich abgeschlossenen dritten Quartals. Dafür interessierten sich Analysten und Börsianer umso mehr für die Quartale von September 2000 bis Juni 2002, die AOL Time Warner korrigieren will. Dadurch wird der Umsatz der vergangenen zwei Jahre um insgesamt 190 Millionen Dollar sinken, das Proforma-Ergebnis fällt etwa 97 Millionen niedriger aus.
Nach Unternehmensangaben betrifft die Korrektur etwa ein Prozent des Umsatzes von America Online (AOL) und knapp zwei Prozent des Gewinns vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda). "Obwohl es sich bei der Gesamtsumme der Korrektur nur um einen kleinen Anteil von America Onlines Umsatz handelt, nahmen und nehmen wir diese Sache sehr ernst", sagte Vorstandschef Richard Parsons.
AOL Time Warner hat bereits seit einigen Monaten Probleme mit seinen Bilanzen. Nachdem die "Washington Post" berichtet hatte, bei AOL seien Werbeeinnahmen auf fragwürdige Weise verbucht worden, versucht sich der Medienkonzern des Eindrucks zu erwehren, er habe ähnlich wie Enron oder Tyco International kreative Buchführung betrieben. Inzwischen wird der Fall auch von der US-Börsenaufsicht SEC sowie dem US-Justizministerium untersucht.
Kein Wachstum im dritten Quartal
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AOL Time Warner hat trotz der schwachen Geschäftsentwicklung bei America Online (AOL) im dritten Quartal mit einem Pro-Forma-Gewinn von 19 Cent je Aktie die Analystenprognosen erfüllt. Vor einem Jahr hatte AOL noch 24 Cent je Aktie verdient. Wie das Unternehmen mitteilte, stieg der Umsatz um sechs Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Bei dem genannten Gewinn klammert AOL Time Warner eine Reihe von Kosten wie beispielsweise Abschreibungen auf immaterielle Wirtschaftsgüter aus.
Während laut AOL Time Warner der Abonnementsumsatz aus dem Online und Kabelgeschäft im dritten Quartal um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar zulegte, sanken die Werbe- und Handelseinnahmen um zwölf Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Ursache sei das schwache Online-Werbegeschäft bei der Online-Sparte gewesen. Im übrigen Mediengeschäft legte der Umsatz den Angaben zufolge um acht Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu.
AOL Time Warner wiederholte seine Prognose eines Umsatzwachstums im Gesamtjahr von fünf bis acht Prozent. Das Ebitda-Wachstum werde am unteren Rand der bisherigen Prognose von fünf bis neun Prozent liegen.