Schadenersatz: Mitsubishi zahlt Daimler Millionen - DER SPIEGEL
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Schadenersatz Mitsubishi zahlt Daimler Millionen

Schadhafte Lastwagen und Unfälle mit Todesfolge - das Engagement von DaimlerChrysler beim japanischen Lkw-Bauer Fuso stand unter einem schlechten Stern. Nun übernimmt der vormalige Fuso-Mehrheitseigner Mitsubishi die Verantwortung für die Schlampereien und zahlt den Deutschen Schadenersatz mit Geld und Firmenanteilen.
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Stuttgart/Tokio - Beide Unternehmen einigten sich auf eine entsprechende Absichtserklärung, hieß es in einer Mitteilung von DaimlerChrysler  . Nach Angaben aus Aufsichtsratskreisen liegt die Ausgleichszahlung zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Ferner sieht das Vertragswerk vor, dass Mitsubishi seinen 20 Prozent-Anteil an Fuso auf DaimlerChrysler überträgt.

DaimlerChrysler hält bis jetzt 65 Prozent an dem Lastwagenbauer. Nach der Übertragung der Mitsubishi-Anteile würde der Konzern 85 Prozent kontrollieren, den Rest besitzen Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe.

Eine unglückliche Partnerschaft

Der endgültige Vertrag über den Schadenersatz soll bis März unterschrieben werden. Damit lösen die früheren Partner DaimlerChrysler und Mitsubishi eine wichtige Verbindung zwischen ihren Unternehmen. Die Deutschen waren 2003 bei Fuso eingestiegen und hatte den Anteil an dem größten japanischen Lkw- und Omnibus-Hersteller im vergangenen Jahr für 387 Millionen Euro erhöht.

Kurz danach stellte sich heraus, dass Fuso unter der Ägide von Mitsubishi Motors jahrelang Fehler vertuscht und Rückrufaktionen unterdrückt hatte. Durch ein sich von der Achse lösendes Lkw-Rad war eine Frau erschlagen worden. Fuso hatte daraufhin rund eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen - praktisch alle Nutzfahrzeuge der Marke, die auf Japans Straßen unterwegs sind. Der Absatz von Fuso in Japan ging wegen des Imageschadens deutlich zurück, 2004/05 erwartet Fuso wegen der Rückrufkosten einen Verlust.

DaimlerChrysler hatte daraufhin Schadenersatz von Mitsubishi gefordert und sich dabei auf einen Passus im Kaufvertrag für Fuso berufen. Der neue Fuso-Chef Wilfried Porth hatte von einer "Firmenkultur der Vertuschung" gesprochen. DaimlerChrysler hatte im vergangenen Jahr wegen Fuso Rückstellungen in Höhe von 470 Millionen Euro gebildet.

Smart-Kooperation wird überprüft

Die nun getroffene Vereinbarung sieht auch vor, dass Mitsubishi weiterhin 100 Prozent der Anteile an dem niederländischen Autobauer NedCar kontrolliert. In der Fabrik wird der viersitzige Smart ForFour gebaut, den DaimlerChrysler zusammen mit Mitsubishi entwickelt hatte. Dort rollt auch die Mitsubishi-Variante, der Colt, vom Band.

Mitsubishi drängt seit längerem auf einen Einstieg von DaimlerChrysler bei NedCar. Der Stuttgarter Konzern hatte sich im Grundsatz schon bereit erklärt, 50 Prozent zu übernehmen. Nun aber sieht es so als, als ob der deutsche Autobauer den Partner auf Distanz halten will.

Mercedes-Pkw-Chef Eckhard Cordes will die Strategie der defizitären Kleinstwagenmarke Smart bis April überdenken und hat alle Entscheidungen über neue Modelle bis dahin auf Eis gelegt. "Wir haben verschiedene strategische Optionen bei NedCar geprüft und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht einsteigen wollen", sagte ein Konzernsprecher in Stuttgart. Die operative Zusammenarbeit bleibe unangetastet.

Mitsubishi verdoppelt Verluste

Auch die direkte Zusammenarbeit zwischen Mitsubishi und DaimlerChrysler steht unter einem schlechten Stern. Die Finanzprobleme bei dem japanischen Autobauer haben sich verschärft, seit sich DaimlerChrysler im April 2004 aus der Finanzierung des Partners überraschend zurückgezogen hatte. Die Zusammenarbeit erstreckt sich seither nur noch auf Einzelprojekte.

Mitsubishi hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seinen konsolidierten Verlust mehr als verdoppelt. Wie der japanische Autohersteller am Dienstag in Tokio mitteilte, wuchs das Minus bis zum 31. Dezember 2004 auf 228,2 Milliarden Yen - rund 1,7 Milliarden Euro - an. Im Vorjahreszeitraum waren es 102,56 Milliarden Yen.