Milch mit Schmimmelpilz auf Bauernhof entdeckt - DER SPIEGEL
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Lebensmittel-Skandal Milch mit Schimmelpilz auf Bauernhof entdeckt

Der Skandal um das Gift Aflatoxin in Tierfutter ist nicht vorbei: Auf einem Hof im Sauerland wurde belastete Milch gefunden. Es ist möglich, dass sie auch schon an eine Molkerei geliefert wurde. Ursache ist wieder vergifteter Mais, allerdings nicht aus der bekannten Lieferung.
Melkanlage eines Milchbauern: In den meisten Betrieben gab es bereits wieder Entwarnung
Melkanlage eines Milchbauern: In den meisten Betrieben gab es bereits wieder Entwarnung

Melkanlage eines Milchbauern: In den meisten Betrieben gab es bereits wieder Entwarnung

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa
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Düsseldorf - Erst am Dienstag hatte es Entwarnung gegeben: Einschränkungen für die betroffenen Betriebe wurden aufgehoben, die Konzentration des Giftes in Lebensmitteln war unter der Grenze, der Rest war entsorgt worden.

Nun wurde jedoch bekannt, dass möglicherweise doch mit dem Schimmelpilz-Gift Aflatoxin belastete Milch in Umlauf gelangte. Auf einem Hof in Nordrhein-Westfalen wurde Rohmilch mit deutlich zu hohen Aflatoxin-Werten entdeckt. Mit knapp 100 Nanogramm je Kilogramm Milch sei die Belastung mit dem giftigen Schimmelpilz fast doppelt so hoch gewesen wie zulässig, teilte das Düsseldorfer Verbraucherschutzministerium am Mittwoch mit. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass belastete Rohmilch zu einer Molkerei geliefert wurde.

Interessant ist auch die Herkunft des belasteten Tierfutters: Zwar ist auch hier die Grundlage verseuchter Mais aus Serbien - der kam allerdings nicht wie der bisher gefundene im November über Niedersachsen, sondern noch im Februar über Rotterdam.

Der betroffene Hof im Hochsauerlandkreis dürfe erst wieder Milch liefern, wenn der gesetzlich festgelegte Höchstwert von 50 Nanogramm eingehalten werde. Die bis dahin produzierte Milch werde entsorgt.

Der Milchbetrieb hatte das Futtermittel von einem Hersteller in Rees am Niederrhein erhalten. Darin war der Mais aus Serbien verarbeitet worden. Der Hersteller hatte den Fall nach Eigenkontrollen selbst den Behörden gemeldet. Insgesamt habe er 200 Tonnen belastetes Futtermittel ausgeliefert.

In Nordrhein-Westfalen seien neben dem Hof im Sauerland zwei Betriebe im Kreis Borken und im Kreis Wesel betroffen, hieß es. Außerdem sei ein Betrieb in Rheinland-Pfalz beliefert worden. Bei dem Betrieb im Kreis Borken habe der gemessene Wert mit 45 Nanogramm knapp unter der Höchstgrenze gelegen, im Kreis Wesel habe der Nachweis bei etwa 20 Nanogramm gelegen. Beliefert wurden außerdem rund 70 Tiermastbetriebe in Nordrhein-Westfalen.

Der NRW-Fall ist nach Angaben der Ministeriums getrennt von den Maislieferungen nach Niedersachsen zu sehen. Dort hatten Futtermittelunternehmen im November vergangenen Jahres über den Hafen von Brake an der Weser serbischen Mais erhalten, den ein Hamburger Importeur eingeführt hatte.

mia/dpa