Milliardengeschäft: Nestlé investiert in Pharma-Lebensmittel - DER SPIEGEL
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Milliardengeschäft Nestlé investiert in Pharma-Lebensmittel

Der Schweizer Konzern Nestlé setzt auf Nahrungsmittel, die vor Krankheiten schützen sollen - zum Beispiel vor Fettleibigkeit oder Alzheimer. Für den Bereich der Gesundheitsernährung hat die Firma nun eine eigene Tochtergesellschaft gegründet.
Nestlé-Zentrale im schweizerischen Vevey: Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes
Nestlé-Zentrale im schweizerischen Vevey: Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes

Nestlé-Zentrale im schweizerischen Vevey: Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes

Foto: Alessandro_Della_Valle/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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Zürich - Nestlé will künftig massiv in neue Lebensmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten investieren. Der Schweizer Konzern teilte am Montag mit, Nestlé wolle Pionier einer "neuen Industrie zwischen Nahrung und Pharma" werden. Entwickelt werden sollen spezielle Nahrungsmittel, die vor Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Alzheimer schützen.

Nestlé hat dafür eine neue Tochtergesellschaft namens Nestlé Health Science gegründet. Dort sollen die bisherigen Aktivitäten auf diesem Feld gebündelt werden, mit denen der Konzern rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Bei der Gesundheitsernährung geht es um Lebensmittel, die oft Medikamenten sehr ähnlich sind: So produziert Nestlé bereits Spezialgetränke mit extrem vielen Kalorien oder Trinknahrung für Menschen mit Verdauungsstörungen.

Außerdem will der Konzern im kommenden Jahrzehnt hunderte Millionen Euro in den Aufbau eines Forschungszentrums für Gesundheitsernährung stecken. Dieses soll an der Eidgenössischen Technischen Hochschule im schweizerischen Lausanne angesiedelt werden. Dort gewonnene Erkenntnisse über das Altern, den Einfluss der Gene oder der Umwelt sollten in Ernährungsstrategien umgewandelt werden, die "gute Gesundheit und langes Leben" förderten, hieß es von Nestlé.

Konzernchef Paul Bulcke sagte, die heutigen Gesundheitssysteme, die vor allem auf die Pflege von Krankheiten abzielten, seien wegen der Alterung der Gesellschaft und leerer Staatskassen "nicht tragfähig und deshalb verbesserungsbedürftig". Mit der Erforschung der Gesundheitsnahrung sollten effiziente und kostengünstige Wege gefunden werden, um den "akuten und chronischen Krankheiten des 21. Jahrhunderts vorzubeugen und sie zu behandeln".

Kritiker wie der Foodwatch-Chef Thilo Bode werfen den Nahrungsmittelherstellern allerdings vor, mit neuen, nur scheinbar besseren Produkten Profite machen zu wollen. Tatsächlich enthielten diese nur immer mehr Zusatzstoffe und seien für den Konsumenten keineswegs gesünder als herkömmliche Lebensmittel.

cte