Skandal um Pferdefleisch: 24 positive Proben entdeckt - DER SPIEGEL
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Lebensmittelskandal Pferdefleisch in 24 Proben entdeckt

Im Skandal um falsch deklarierte Lebensmittel gibt es eine erste Zwischenbilanz: Laut Verbraucherministerium wurden in Deutschland bisher in 24 von 360 Proben Pferdefleischanteile gefunden. Und das dürfte laut den Experten erst der Anfang sein.
Probe im Landeslabor Neumünster: Bisher gab es deutschlandweit 24 Funde
Probe im Landeslabor Neumünster: Bisher gab es deutschlandweit 24 Funde

Probe im Landeslabor Neumünster: Bisher gab es deutschlandweit 24 Funde

Foto: Carsten Rehder/ dpa
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Berlin - Bei der Fahndung nach nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen in Lebensmitteln sind laut Bundesverbraucherministerium in Deutschland bisher 24 Proben positiv getestet worden. Dies betreffe Fälle in Hamburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag. Der Skandal verbreitet sich mittlerweile in ganz Europa. Laut Ministerium lässt sich bisher noch nicht sagen, wo Hauptverursacher und Mitverursacher säßen.

Bei der veröffentlichten Zahl handelt es sich nach den Angaben um einen Zwischenstand nach 360 amtlichen DNA-Analysen in den Ländern. Es dürften noch viele weitere Ergebnisse hinzukommen. Für ein breites Bild sollen nicht nur Fertiggerichte und Schlachtbetriebe, sondern auch Großküchen wie Kantinen untersucht werden.

An diesem Dienstag war zudem bekannt geworden, dass auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten gefunden hat. Es handle sich um Ravioli und Tortellini der Marke Buitoni, teilte der Konzern mit. Nestlé nahm die Produkte in Italien und Spanien vom Markt. In Frankreich stoppte der Konzern den Verkauf von Tiefkühlgerichten mit der Bezeichnung "Lasagne à la Bolognese".

Die Gerichte seien aus Rindfleisch der Firma Schypke hergestellt worden, einem deutschen Zulieferer. Der Anteil an Pferdefleisch habe bei mehr als einem Prozent gelegen. Ab dieser Höhe gilt ein Produkt als Fälschung.

Schypke wies eine Verantwortung zurück. "Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Firma H. J. Schypke Fleischwaren e.K. zu keiner Zeit Pferdefleisch eingekauft hat", teilte die Geschäftsleitung am Dienstag mit. Künftig sollen alle Rohfleischwareneingänge gentechnisch untersucht werden.

Das niedersächsische Unternehmen ist nach Angaben der Geschäftsführung ein weiterverarbeitender Produktionsbetrieb. Es werde weder geschlachtet noch zerlegt. "Wir kaufen unsere bereits zerlegte, frische oder tiefgefrorene Rohware von zertifizierten Lieferanten zu."

Produktübersicht

Unternehmen Produkt(e) Pferde-DNA?
Aldi Nord Gulasch, Sorte Rind, 540-g-Dose, Lieferant Omnimax
Pastagericht Penne Bolognese, 750 g, Lieferant Copack, Tiefgekühlt
nachgewiesen
Aldi Süd Gulasch, Sorte Rind, 540-g-Dose, Lieferant Omnimax
Ravioli Sorte Bolognese, 800-g-Dose, Lieferant BLM
nachgewiesen
Edeka Lasagne Bolognese, 400 g, Gut Günstig, Tiefgekühlt nachgewiesen
Eismann Lasagne, Produkt-Nr. 7576 und 7285 nachgewiesen
Kaiser's Tengelmann Lasagne, A konkreter Verdacht
Lidl Tortellini, Sorte Rindlfeisch, Eigenmarke Combino
Rinder-Gulasch, Dreistern
Ravioli in pikanter Sauce, William Saurin
Penne Bolognese, Copack und Schröder KG
nachgewiesen
Metro Cash Carry Lasagne Bolognese, Capri 400 g Verdacht
Real Lasagne Bolognese, TiP, 400 g, Tiefgekühlt nachgewiesen
Rewe Dortmund Tavola Lasagne Bolognese Verdacht
Rewe Group Lasagne Bolognese, gekühlt, Industriehersteller Tulip
Cannelloni Bolognese, gekühlt; Industriehersteller Tulip
Rewe Chili con Carne, 350 g (gekühlt); SGS Geniesser Service
Rewe Spaghetti Bolognese; 400 g (gekühlt), SGS Geniesser Service
Verdacht
stk/dpa