Genmais: Ministerium verschleppt Warnung - DER SPIEGEL
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Genmais Ministerium verschleppt Warnung

Man hat sich Zeit gelassen: Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat zu spät über den Fund von gentechnisch verändertem Saatgut informiert - und damit die Aussaat nicht genehmigter Maispflanzen ermöglicht. Der Schaden für die Bauern könnte in die Millionen gehen.
Genmais: Ärger um Pflanze der Firma Pioneer
Genmais: Ärger um Pflanze der Firma Pioneer

Genmais: Ärger um Pflanze der Firma Pioneer

Foto: Patrick Pleul/ picture-alliance/ dpa
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Hamburg - Man weiß nicht, ob es die langsame Bürokratie oder bewusstes Zurückhalten von Informationen war: Beamte des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums haben am 19. Februar festgestellt, dass eine Maissorte der Firma Pioneer gentechnische Verunreinigungen enthält. Dies wurde den Kollegen des Umweltministeriums aber erst gut zwei Monate später, am 27. April, mitgeteilt - obwohl sie für die Benachrichtigung und Warnung der Landwirte zuständig sind.

Da Mais als Sommergetreide gilt und bereits Mitte April bis Anfang Juni gesät wird, hat das Ministerium damit die Aussaat von nicht genehmigten Maispflanzen ermöglicht. Bei dem betroffenen Saatgut soll es sich um eine relativ große Charge handeln, die für die Bepflanzung von 2000 Hektar Land reicht. Der Schaden, der den betroffenen Landwirten durch die Vernichtung der bereits ausgesäten Maispflanzen entsteht, könnte deshalb in die Millionen gehen.

"Entweder wurde im Landwirtschaftsministerium geschlampt oder aus politischer Überzeugung bewusst in Kauf genommen, dass mit einer Aussaat von gentechnisch verändertem Mais quasi Fakten geschaffen werden", kritisiert Martin Hofstetter von Greenpeace. Im Umweltministerium und beim betroffenen Unternehmen ist man extrem verärgert über die schleppende Informationspolitik, das Landwirtschaftsministerium ist sich hingegen keiner Schuld bewusst.

Innerhalb der EU gilt ein Reinheitsgebot, deshalb prüfen die Bundesländer jeweils im Frühjahr stichprobenartig Saatgut. Werden gentechnische Verunreinigungen gefunden, nimmt der Hersteller die Pflanzensamen in der Regel rechtzeitig vom Markt.

sam