Telekom-Chef "Massive und tendenziöse Vorwürfe"
Köln - Sommer verteidigte erneut die Abwertung der Immobilien, die den Konzerngewinn in Milliardenhöhe verringert hat. Zugleich zeigte sich Sommer am Dienstag auf der Hauptversammlung in Köln optimistisch hinsichtlich der gegen ihn laufenden Ermittlungen. Er habe die Zuversicht, dass die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft am Ende zeigten, dass die Vorwürfe unbegründet seien. Die Telekom habe ihre Immobilienwerte in allen Bilanzen rechtlich einwandfrei ermittelt, sagte Sommer auf der Hauptversammlung.
Sommer fügte hinzu, bei der Abwertung um zwei Milliarden Euro handele es sich um eine reine bilanztechnische Maßnahme, die zu keinem Geldabfluss führe. Die im Februar bekannt gegebene Wertberichtigung hat nach Darstellung der Telekom rein sachliche Gründe und liegt an einem methodischen Wechsel in der Bilanzierung.
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Dieser gehe darauf zurück, dass die Telekom dazu übergegangen sei, die Veräußerung ihrer Immobilien zu intensivieren. "Erst durch die Entscheidung, die Grundstücke verstärkt zu verkaufen, wurde eine Neubewertung notwendig", sagte Sommer. Die deutsche Rechnungslegung zwinge in solchen Fällen dazu, die niedrigsten Werte zu berücksichtigen, während Aufwertungen nicht zulässig seien.
Der Telekom wird vorgeworfen, schon lange gewusst zu haben, dass ihre Liegenschaften in den Büchern zu hoch angesetzt gewesen seien, aber nichts dagegen unternommen und auch die Aktionäre nicht rechtzeitig informiert zu haben. Dazu sagte Sommer, man habe sofort reagiert, als 1998 "die massiven und tendenziösen Vorwürfe" aufgekommen seien. Die Telekom habe sie von Anfang an sehr ernst genommen. Daher schlage man jetzt der Hauptversammlung vor, einen zweiten Abschlussprüfer für die Bilanz 2001 zu bestellen.
Enttäuscht zeigte sich der Telekom-Chef über den Kurs der T-Aktie. "Die derzeitige Bewertung unserer Aktie spiegelt die erstklassige Positionierung und den geschäftlichen Erfolg unseres Unternehmens in keiner Weise wider", sagte Sommer.
Sommer erwartet, dass der Konzernumsatz im laufenden Jahr um mehr als 15 Prozent steigen wird. Vor dem Hintergrund der positiven Unternehmensentwicklung schlug der Telekom-Chef der Hauptversammlung vor, für 2000 eine Dividende von unverändert 0,62 Euro je Stückaktie zu zahlen.