Top-Personalie: Telekom-Finanzvorstand Eick soll Arcandor-Chef werden - DER SPIEGEL
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Top-Personalie Telekom-Finanzvorstand Eick soll Arcandor-Chef werden

Beim Handelskonzern Arcandor zeichnet sich ein Wachwechsel ab: Karl-Gerhard Eick, bisher Finanzchef bei der Telekom, soll nach Informationen von manager-magazin.de in den Arcandor-Vorstand einziehen. Dort soll er die Nachfolge von Konzernlenker Thomas Middelhoff antreten.
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Hamburg/Berlin/Düsseldorf/Essen - Am Dienstagnachmittag vermeldete die Deutschen Telekom   den bevorstehenden Abgang ihres langjährigen Finanzvorstands Karl-Gerhad Eick. Er wechsele in ein anderes Unternehmen, hieß es lediglich zu dessen weiterer Lebensplanung.

Jetzt zeichnet sich jedoch ab, dass Eick einen der härtesten Jobs in der deutschen Unternehmenslandschaft antritt. Der Finanzexperte wechselt zum angeschlagenen Handelskonzern Arcandor, berichtet das manager magazin in seiner Online-Ausgabe. Dort soll Eick die Nachfolge von Thomas Middelhoff als Vorstandschef antreten, heißt es weiter. Als möglicher Nachfolger von Eick als Finanzvorstand bei dem Bonner Konzern wird nach Information von SPIEGEL ONLINE der Telekom-Controller Guido Kerkhoff gehandelt.

Arcandor-Aufsichtsratskreise bestätigten die Personalie gegenüber SPIEGEL ONLINE. Die Arcandor-Aktie reagierte mit einem zweistelligen Kursplus auf die Nachricht. Arcandor wollte sich zu der Personalie nicht äußern. Ein Sprecher verwies lediglich darauf, dass Middelhoffs Vertrag bis Ende 2009 laufe. Es sei ein offenes Geheimnis, dass er sich dann neuen Aufgaben zuwenden werde, sagte der Sprecher.

Umbau im Arcandor-Vorstand

Damit käme der Umbau im Arcandor-Vorstand weiter voran. Ende der vergangenen Woche hatten Finanzvorstand Peter Diesch und Einkaufschef Helmut Merkel ihren Rückzug angekündigt. Für beide Manager wurde bereits Ersatz gefunden: Die Nachfolge von Diesch übernimmt nach einer Übergangszeit der frühere Infineon-Manager Andreas Günther. An Merkels Stelle tritt Hanns Resch, der zuvor für die Arcandor-Versandtochter Primondo tätig war.

Weiterhin im Vorstand sitzen Marc Sommer, der Primondo verantwortet, und Manny Fontenla-Novoa, der die Reisesparte Thomas Cook steuert. Zudem rückt Stefan Herzberg, bislang Geschäftsführer der Warenhaustochter Karstadt, in das Gremium auf und wird dort den stationären Handel repräsentieren.

Nachdem die Vorstandsbereiche neu geordnet wurden, steht nun offenbar auch der Wechsel von Middelhoff zu Eick an der Vorstandsspitze an. Der selbstbewusste Middelhoff war vor gut drei Jahren angetreten, um den fast zahlungsunfähigen Konzern zu retten und wieder zu einem florierenden Unternehmen zu machen.

Dabei hatte Middelhoff bei seinen Sanierungsbemühungen kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Um die erdrückende Schuldenlast des Konzerns abzubauen, verkaufte er die milliardenschweren Immobilien des Konzerns. Er verschenkte die Mehrheit an der tiefrote Zahlen schreibenden Versandhandelstochter Neckermann. Und er trennte sich von großen Teilen des stationären Warenhausgeschäfts: von den Handelsketten Wehmeyer und SinnLeffers ebenso wie von den 74 kleineren Karstadt-Warenhäusern, die heute unter dem Namen Hertie firmieren.

Dennoch geriet Arcandor zuletzt in erhebliche Turbulenzen. Anfang September kündigte das Unternehmen Stellenstreichungen bei der Warenhaussparte an. Wenig später drohte dem Unternehmen die Kreditklemme. Angesichts der Finanzkrise waren Banken zeitweise nicht mehr dazu bereit, den Konzern zu refinanzieren. Anfang Oktober einigten sich Vorstand und Belegschaft auf einen Sparplan, der auch Kürzungen bei den Gehältern vorsieht.

Trotz aller Bemühungen verlor Middelhoff laut manager-magazin.de zuletzt das Vertrauen der Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz, zumal er den rapiden Wertverfall der Arcandor-Aktie nicht stoppen konnte. Nun soll Telekom-Mann Eick den Konzern weiter sanieren.

Eick soll Karstadt mit Kaufhof fusionieren

Den Einstieg von Eick bewerten Beobachter auch als Niederlage für Primondo-Chef Marc Sommer. Der wurde von Middelhoff stets als möglicher Nachfolger genannt. Dass der Aufsichtsrat jetzt Eick favorisiert, hängt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE auch mit dessen Kontakten zum Mischkonzern Haniel zusammen. Eick war für Haniel zwischen 1993 und 1999 tätig, unter anderem als Vorstand.

Haniel ist auch Großaktionär beim Arcandor-Konkurrenten Metro  . Vergeblich hatte Arcandor-Chef Middelhoff in den vergangenen Monaten versucht, die Warenhaussparte Karstadt mit der Metro-Tochter Kaufhof zu fusionieren. Ende Oktober hatte Metro einem Verkauf des Bereichs eine klare Absage erteilt. Eick, so das Kalkül, soll mit seinen guten Haniel-Kontakten jetzt einen neuen Anlauf starten.

suc