Deutsche Bahn: Michael Odenwald wird neuer Chefaufseher - DER SPIEGEL
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Rochade im Kontrollgremium Bahn bekommt neuen Aufsichtsratschef - und die Politik mehr Einfluss

Michael Odenwald, bisheriger Staatssekretär im Verkehrsministerium, wird nach SPIEGEL-Informationen neuer Chefaufseher der Deutschen Bahn. Mit ihm ziehen zwei weitere Politiker in das Gremium ein.
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Foto: FABRIZIO BENSCH/ REUTERS
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Die Bundesregierung will mehr Einfluss auf die Deutsche Bahn nehmen als bisher - und baut dafür den Aufsichtsrat des Staatskonzerns um. Nach SPIEGEL-Informationen wird der bisherige Staatssekretär im Verkehrsministerium, Michael Odenwald, neuer Chef des Aufsichtsrats. Er löst damit den Unternehmer Utz-Hellmuth Felcht ab, der seine Funktion nach neun Jahren abgeben wird.

Die Entscheidung ist nach Informationen des SPIEGEL nun abgemachte Sache zwischen dem Bahn-Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Bundesregierung. Auch die "Stuttgarter Zeitung" berichtete über die Personalie. Die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium wollten sich auf Anfrage nicht zu dem Umbau äußern.

Michael Odenwald (Archivbild)

Michael Odenwald (Archivbild)

Foto: imago/ Stockhoff

Odenwald kann allerdings nicht auf der morgigen Aufsichtsratssitzung zum Vorsitzenden gewählt werden, weil er bereits seit 2012 als einfaches Aufsichtsratsmitglied für das Verkehrsministerium agiert und aus dieser Funktion zunächst entlassen werden muss. Nach Informationen des SPIEGEL soll seine Berufung dann im April erfolgen, entweder in einer schriftlichen Abstimmung des 20-köpfigen Gremiums oder in einer Sondersitzung in Berlin.

Die Personalie Odenwald ist allerdings nicht der einzige Umbau im Aufsichtsrat. So sollen zwei weitere Bundestagsabgeordnete in das Gremium einziehen, je einer für CDU und CSU. Für sie müssen zwei Wirtschaftsvertreter ihre Plätze räumen; zusammen mit Felcht verliert das Gremium also insgesamt drei Mitglieder aus der Wirtschaft.

Aus Regierungskreisen heißt es nach Informationen des SPIEGEL, dass die CSU den ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister und geschäftsführenden Bundesverkehrsminister Christian Schmidt entsenden will. Bisher ist nur die SPD mit der Abgeordneten Kirsten Lühmann vertreten.

Hintergrund für die Entscheidungen ist der neue Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union. Die neue Bundesregierung hat sich darin für die Bahn zwei Ziele gesetzt: der Politik mehr Kontrolle über die Bahn zu geben und das Prinzip der Daseinsvorsorge über das Prinzip zu stellen, den Gewinn zu maximieren.

Für Odenwald, der CDU-Mitglied ist, endet mit der neuen Aufgabe eine lange Laufbahn im Verkehrsministerium, wo er 1992 seinen ersten Posten bekam. Der Jurist und Verwaltungswissenschaftler ist zusätzlich Aufsichtsrat beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport. Seit Ausbruch des Dieselskandals im September 2015 leitete er auch die Untersuchungskommission Volkswagen, die für das Ministerium die anschließenden Ermittlungen aufnahm. Es sei ihm mittlerweile zu stressig und aufreibend im Bundesverkehrsministerium, heißt es von Wegbegleitern.