Umfrage Anton Schlecker bekommt schlechteste Note - DER SPIEGEL
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Ideal oder fatal:: Deutschlands Unternehmer im Beliebtheitscheck

Foto: Deniz Saylan/ Bosch

Umfrage Anton Schlecker ist Deutschlands unbeliebtester Manager

Verantwortungsvolles Handeln, Offenheit und Ehrlichkeit: Diese Attribute treffen laut einer Umfrage am besten auf Bosch-Chef Franz Fehrenbach zu, den die Befragten zum idealen Manager küren. Anton Schlecker landet dagegen am Ende der Beliebtheitsliste.
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Düsseldorf/Ehingen - Mehr als 2000 Schlecker-Filialen fallen weg, fast 12.000 Beschäftigte verlieren ihre Jobs: Nun wird der Gründer der insolventen Drogeriekette für sein miserables Management abgestraft. Nach einer Umfrage des "Handelsblatts" gilt Anton Schlecker als der mit Abstand unbeliebteste Unternehmer in Deutschland. Nur vier Prozent halten ihn für einen idealen Unternehmer.

Ebenfalls weit unten auf der Beliebtheitsskala rangieren Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann (27 Prozent) und RWE-Chef Jürgen Großmann (36 Prozent).

Ideale Manager sind in den Augen der Menschen dagegen Bosch-Chef Franz Fehrenbach und dm-Gründer Götz Werner mit 88 und 87 Prozent Zustimmung. Dahinter folgt VW-Chef Martin Winterkorn, den 78 Prozent der Befragten für einen guten Manager halten. Für die Umfrage wurden in der Woche vom 12. März von Forsa mehr als 1000 Bürger im Auftrag der Zeitung befragt.

Am wichtigsten sei den Menschen, dass der Unternehmer "offen und ehrlich gegenüber der Belegschaft" sei, sagte Forsa-Chef Manfred Güllner. Zu den besonders positiven Eigenschaften zählten daneben das Bemühen um das Vertrauen der Belegschaft und ein verantwortungsvolles Handeln gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Deutlich weniger ins Gewicht falle, ob der Manager um eine hohe Frauenquote im Unternehmen bemüht sei oder "notwendige Maßnahmen mit Härte" durchsetze.

"Der Raffmanager ist der Buhmann"

Zugleich hat die breite Mehrheit der deutschen Bevölkerung (71 Prozent) keinerlei Verständnis für Millionengehälter von Managern - selbst dann nicht, wenn die Wirtschaftsvertreter erfolgreich arbeiten. Nur 26 Prozent gestehen den Managern ein Millionengehalt zu. "Der Raffmanager ist der Buhmann", sagte Güllner.

Besonders kritisch gehen Frauen mit den Großverdienern um: Mit 78 Prozent sind überdurchschnittlich viele der Meinung, dass auch Manager, die gute Gewinne erwirtschaften, keine Millionengehälter erhalten sollten. Offener beurteilt das die jüngste Gruppe der Befragten: 37 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind der Auffassung, dass siebenstellige Gehälter durchaus gerechtfertigt sein können. "Junge Menschen haben weniger Vorbehalte, und sie wollen sich selbst alle Optionen offenhalten und haben hohe Erwartungen an ihre eigene berufliche Zukunft", sagt Güllner.

yes/dpa