Wetter: Wirtschaftliche Opfer des Dauerregens - DER SPIEGEL
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Schlechtes Wetter: Spargel zu spät, Hering zu dünn

Foto: A4530 Ole Spata/ picture alliance / dpa

Folgen des Dauerregens Deutschlands Watergate

Was für ein Wetter! Es regnet, es ist kalt, die Sonne lässt sich kaum blicken. Das ist nicht nur nervig, sondern hat auch wirtschaftliche Folgen. Welche Branchen leiden unter dem Niederschlag? Eine Übersicht.
Von Martin Motzkau
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Wer in diesen Tagen einen Blick aus dem Fenster wirft, sieht immer wieder das gleiche traurige Bild: Der Himmel ist grau und bedeckt, es regnet mal länger, mal kürzerund die Sonne lässt sich nur selten blicken. Sommerliche Temperaturen? Fehlanzeige!

Es ist einer der regenreichsten Mai-Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Laut vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes fielen in diesem Monat bundesweit durchschnittlich 127 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Die Sonnenscheindauer lag mit 131 Stunden um ein Drittel unter dem üblichen Mai-Durchschnitt. Auch in den kommenden Tagen muss mit Regen gerechnet werden.

Der Deutsche Wetterdienst sprach am Donnerstag eine Unwetterwarnung für Teile Sachsens aus, die den Angaben zufolge im Verlauf des Abends vermutlich auf weitere Gebiete ausgedehnt werden muss. Dabei könnten binnen 24 Stunden unwetterartige Regenmengen von 50 bis 70 Litern je Quadratmeter fallen. Die Regenfälle sollten sich später demnach weiter nach Süddeutschland ausdehnen.

Die trüben Aussichten haben auch wirtschaftliche Folgen, heißt es immer wieder. Doch für wen eigentlich? Auf die Konjunktur insgesamt dürfte das Wetter keine großen Auswirkungen haben. Doch einzelne Branchen leiden durchaus. Eine kleine Übersicht über die wirtschaftlichen Opfer des Dauerregens:

  • Für Landwirte bedeuten viel Regen und niedrige Temperaturen eine spätere Ernte und eine geringere Ausbeute. Die Preise für Spargel, Erdbeeren und Kartoffeln dürften dadurch steigen. Auch die Matjessaison musste verschoben werden. Die Heringe sind noch nicht fett genug, um als Matjes verkauft zu werden.
  • Auch unter Gastronomen sorgt das schlechte Wetter für Unmut. In den Biergärten bleiben die Holzbänke leer. "Bei zehn Grad will sich niemand draußen hinsetzen", sagte ein Serviceleiter der Vulkan Brauerei in Mending bei Koblenz. Gastwirte in Rheinland-Pfalz befürchten gar existenzgefährdende Umsatzverluste, sagte der Landespräsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Gereon Haumann.
  • Auch diverse Veranstalter müssen Umsatzeinbußen hinnehmen. In den Freibädern bleiben die Badegäste aus. Im Trierer Freibad Nord kamen im Mai nur halb so viele Besucher wie im Vorjahr zuvor. Das Freibad in Hauenstein in der Südwestpfalz hat sogar vorübergehend wieder geschlossen, um Betriebskosten einzusparen. An verregneten Wochenenden seien Besucherrückgänge von bis zu 50 Prozent im Vergleich zum üblichen Andrang möglich, sagte eine Sprecherin des Tierparks Hagenbeck in Hamburg.

Das trübe Wetter verdirbt aber nicht allen das Geschäft. Der Regen lockt mehr Besucher in die Museen. "Wenn es regnet, dann muss ich viel Kuchen kaufen", sagt Wolfgang Teske, Inhaber des Miniaturlands im ostfriesischen Leer. Ihn dürfte es freuen, wenn der Sommer noch ein bisschen auf sich warten lässt.

Welche Branchen unter dem schlechten Wetter leiden, welche profitieren - ein Überblick in Bildern.

Mit Material von dpa und AFP