US-Airlines Profite im Sturzflug
Washington - Hinzu kommt nach einer in Washington vorgestellten Statistik des Luftfahrtverbandes Air Transport Association (ATA), dass der Durchschnittspreis für ein Ticket in der Economy Class im September um 19 Prozent gefallen ist. Wer in der ersten Klasse flog, bezahlte im Schnitt 15,5 Prozent weniger als vor den Angriffen auf New York und Washington.
Preisrutsch und Passagiermangel führten dazu, dass der Umsatz der US-Airlines allein im September um 45 Prozent einbrach, berichtet ATA-Chefökonom David Swierenga. Und dies, obwohl die Tage vor den Anschlägen noch in der Rechnung berücksichtigt sind. "Diese wirtschaftlichen Auswirkungen der tragischen Ereignisse vom 11. September sind in der Geschichte der zivilen Luftfahrt ohne Beispiel", urteilte Carol Hallett, die Präsidentin des Verbandes, in dem alle großen US-Fluglinien zusammengeschlossen sind.
Haben die Airlines sich verrechnet?
-
1 Min
-
1 Min
-
1 Min
-
1 Min
Die September-Statistik deutet darauf hin, dass die US-Fluglinien die Flugangst ihrer Passagiere unterschätzt haben. Zwar ließen die Airlines im September durchschnittlich ein Fünftel ihrer Flotte am Boden, um Kosten zu sparen. Gleichwohl sank die Auslastung der Passagierflugzeuge aber auf 59 Prozent, nach fast 70 Prozent im September 2000.
Nach Einschätzung von Luftfahrt-Analysten wird sich das Geschäft der oftmals finanziell angeschlagenen US-Fluglinien nur langsam erholen. In den ersten Oktoberwochen lag die Passagierzahl in den USA immer noch 28 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
Die Research-Abteilungen führender Banken schrauben derweil ihre Verlustprognosen für die US-Fluglinien weiter nach oben. Bis vor kurzem ging etwa Samuel Buttrick, Analyst bei UBS Warburg, davon aus, dass die Airlines in diesem Jahr insgesamt einen Verlust von 5,2 Milliarden Dollar einfliegen werden. Jetzt rechnet Buttrick mit Gesamtverlusten von 5,6 Milliarden Dollar.