Vermögen Erbenzwist im Springer-Clan
Hamburg - Bei Europas größtem Zeitungshaus setzt sich nach Informationen des Magazins "stern" der heftige Machtkampf zwischen den Erben fort. Springer-Enkel Axel Sven "Aggi" habe die Erbvereinbarung von 1985 angefochten, welche die Grundlage der heutigen Machtverhältnisse im Konzern sei.
Verlegerwitwe Friede Springer habe auf Anfrage mitgeteilt, dass sie die Anfechtung für unbegründet halte. Sie klage als Reaktion vor dem Landgericht Berlin, um die Gültigkeit des Vertrages feststellen zu lassen.
Immer noch Ärger mit Springers letztem Willen
Nach Informationen des "stern" geht der Erbstreit auf die Frage zurück, ob die jüngste Fassung des Springer-Testaments von 1985 tatsächlich den letzen Willen des verstorbenen Patriarchen wiedergibt. Diese abgeänderte Fassung des Testaments von 1983 sei nicht notariell beglaubigt worden. Hausjusrist Bernhard Servatius habe den Erben seinerzeit versichert, der kranke Springer sei nicht mehr in der Lage gewesen, zum Notar zu gehen.
Auf Grundlage des Änderungsentwurfs wurde dann der Erbenvertrag geschlossen. Dem "stern" zufolge benachteiligt das 1985er Testament verglichen mit der Version von 1983 jedoch Axel Sven und Springer-Tochter Barbara zu Gunsten von Springer-Witwe Friede, Springer-Sohn Nicolaus und Springer-Enkelin Ariane.
Die Anteile von Springers Kindern Barbara Choremi und Raimund Nicolaus hat Friede Springer inzwischen gekauft. Damit verteilen sich die Anteile der Springer-Familie auf Axel Sven Springer wie seine Schwester Ariane, die jeweils fünf Prozent an der Axel-Springer-Gesellschaft für Publizistik (ASPG) halten. Friede Springer besitzt 90 Prozent. Die ASPG kontrolliert wiederum mit 50 Prozent plus zehn Aktien die knappe Mehrheit an Europas größtem Zeitungsverlag.