Werbekampagne Bahn dementiert Berichte über internen Streit
Berlin - Meldungen über einen Streit zwischen den Bahn-Managern entbehrten jeglicher Grundlage, erklärte ein Sprecher am Donnerstag in Berlin. Sowohl aus der Sicht Mehdorns und auch aus der Frenzels sei das Gegenteil richtig.
Das "Handelsblatt" hatte in seiner aktuellen Ausgabe gemeldet, dass Frenzel gegenüber Mehdorn den Stopp der Anzeigenkampagne durchgesetzt habe. In Teilen der bundesweiten Anzeigenkampagne kommen Gegner einer Trennung von Schienennetz und Betrieb der Bahn zu Wort. Diese Aufteilung wird vom Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) gefordert, von Bahnchef Hartmut Mehdorn aber vehement abgelehnt. Mehdorn will weiterhin beide Segmente der staatseigenen Aktiengesellschaft in einer Hand behalten.
Nachdem die Regierung klagte, Bodewig werde durch die Kampagne lächerlich gemacht, hat sich der Bahn-Aufsichtsratschef Michael Frenzel in den Streit eingeschaltet. Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat Frenzel offenbar durchgesetzt, dass die Werbung schnellstmöglich gestoppt wird.
Richtungsstreit geht weiter
Mehdorn hatte das Startsignal für die Kampagne gegeben, obwohl er letzte Woche mit Bodewig vereinbart hatte, über die Zukunft der Bahn nur intern in einer Arbeitsgruppe zu verhandeln. In dieser Arbeitsgruppe, die im Herbst Ergebnisse präsentieren soll, wird der Richtungsstreit nun voraussichtlich weiter schwelen.
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Bodewig hatte sich für ein Modell ausgesprochen, das eine eigenständige Netz AG aus der Bahn AG herauslösen würde. Eine unabhängige Regulierungsbehörde würde dann sicherstellen, dass Mitbewerber der Bahn diskriminierungsfrei Zugang zum Schienennetz erhalten. Unterstützung bekommt Bodewig von Bundesverbänden, in denen sich Spediteure und Logistikunternehmen zusammengeschlossen haben.
Mehdorn dagegen argumentiert, diese Trennung werde zu Verzögerungen und Kostensteigerungen im Schienenverkehr führen. Zugleich schmälere die Zerschlagung die Chance auf eine vollständige, schnelle Privatisierung der Bahn. Der Bahnchef fordert stattdessen ein "ganzheitliches Sanierungskonzept" für sein Unternehmen.