Zitterpartie LTU in letzter Minute gerettet
Düsseldorf - Vertreter des Landes, der Banken und der Rewe-Gruppe hätten sich in der Nacht zum Freitag auf eine Bürgschaft für den 100 Millionen Euro umfassenden Kredit geeinigt, teilte der Sprecher des nordrhein-westfälischen Finanzministeriums, Hartmut Müller-Gerbes, am Freitagmorgen mit. Das Geld könne noch an diesem Freitag fließen. Nach der Vereinbarung werden die WestLB und die Stadtsparkasse Düsseldorf den Betrag je zur Hälfte bereitstellen. Das Land sichert den Kredit durch eine Rettungsbürgschaft zu 90 Prozent ab. Auch die Rewe engagiert sich stärker als bisher und stellt eine Rückbürgschaft.
Nächtliche Verhandlungen
Am Donnerstagabend waren die Bemühungen um eine finanzielle Sicherung der angeschlagenen deutschen Fluglinie LTU überraschend noch einmal ins Stocken geraten. Nur wenige Stunden nach der Zustimmung der EU für eine LTU-Bürgschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hatte es aus Kreisen des nordrhein-westfälischen Finanzausschusses geheißen, die Bürgschaft sei in der vorliegenden Form nicht zu genehmigen und das Land müsse vor allem bei den Banken nachverhandeln.
Noch am Abend trafen sich Vertreter von Banken, Anteilseigner und die zwei zuständigen Landesminister. Über den Ausgang wurde zunächst nichts bekannt. Die Situation bei den gestern bis in die Nacht gehenden Verhandlungen war chaotisch. "Da wurden Pressekonferenzen anberaumt und fünf Minuten später wieder abgesagt", so ein Teilnehmer. Der Antrag des Landes sei angeblich nicht gründlich vorbereitet gewesen und habe zum Teil die aktuellen Entwicklungen der LTU nicht berücksichtigt, berichten Verhandlungskreise.
Die Stadtsparkasse Düsseldorf teilte am Donnerstag zudem mit, sie werde den 49,9-prozentigen Swissair-Anteil an LTU nicht treuhänderisch verwalten. Ein Sprecher der Stadtsparkasse sagte SPIEGEL ONLINE, man werde die Swissair-Anteile aufgrund der veränderten Ausgestaltung der Landesbürgschaft nicht übernehmen.
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Am Donnerstagnachmittag hatten die Wettbewerbshüter der Europäischen Kommission in Brüssel erwartungsgemäß die Rettungsbeihilfe des Landes genehmigt. Die Hilfe sei gerechtfertigt, weil direkt oder indirekt 4500 Arbeitsplätze bei der LTU in Gefahr seien, hieß es zur Begründung.
Die Entscheidung war allgemein erwartet worden. Das Land könnte nun für Bankkredite voll bürgen. Mehrere Fluggesellschaften, darunter die Deutsche Lufthansa, hatten die Pläne für die Bürgschaft kritisiert, in Brüssel aber keine formelle Beschwerde eingereicht. Für die öffentliche Garantie legte die EU mehrere Voraussetzungen wie eine marktgerechte Verzinsung, eine Laufzeit von sechs Monaten sowie einen Sanierungsplan fest.