Endeavour Das Nesthäkchen
Die Endeavour ist das jüngste Kind in der auf vier Orbiter ausgelegten Nasa-Flotte. Benannt wurde die in den Jahren 1987 bis 1990 montierte Raumfähre nach dem ersten Schiff, das der britische Entdecker und Astronom James Cook im 18. Jahrhundert kommandierte. Das Ende der ersten Endeavour kam früh, als das Schiff an einem Riff vor Rhode Island zerschellte. Die namensgleiche Raumfähre ist von einem ähnlichen Schicksal weit entfernt: Seit ihrem Jungfernflug am 7. Mai 1992, bei dem ein zu niedrig fliegender Satellit in einer spektakulären Aktion von Hand eingefangen werden konnte, ist die 78 Tonnen schwere Endeavour noch 13 Mal ins All gestartet. Insgesamt verbrachte der Orbiter fast 3500 Stunden (gut 140 Tage) in der Erdumlaufbahn.
Als jüngstes Pferd im Stall wurde die Endeavour mit einer ganzen Reihe neuer Features ausgerüstet, die später auch in ihren drei Schwesterfähren Einzug hielten. So soll ein neuartiger Bremsfallschirm den Bremsweg nach der Landung um ein Drittel verkürzen. Dank verbesserter Elektrik und Versorgung kann die Fähre bis zu 28 Tage im All bleiben.
Während einer achtmonatigen Routineüberprüfung wurde die Endeavour 1997 mit einer externen Luftschleuse ausgestattet, die es ihr ermöglicht, an die Internationale Raumstation (ISS) anzudocken.
Zu den Höhepunkten im fliegerischen Leben der Endeavour gehört bislang die geglückte Reparatur des Weltraumteleskops Hubble im Jahre 1993 und der Transport des ersten US-Moduls zur Internationalen Raumstation: "Unity" startete 1998 ins All.
Zuletzt war der Challenger-Nachfolger im Februar 2000 für mehr als elf Tage im Weltraum: In einem Aufsehen erregenden Flug, "Shuttle Radar Topography Mission" genannt, wurden rund 80 Prozent der Landmassen auf der Erde vermessen und dreidimensional kartografiert.
Die Daten:
- Interner Name: OV-105
- Leergewicht: 68.585 Kilogramm
- Mit Haupttriebwerken: 78.018 Kilogramm
- Länge: 37.19 Meter
- Spannweite: 23,77 Meter
Alexander Stirn