Glossar Blastozyste
Einen Embryo während des vierten bis siebten Tages seiner Entwicklung bezeichnen Biologen als Blastozyste. Das einen Zehntel Millimeter große, aus 150 bis 200 Zellen zusammengesetzte Gebilde besteht bereits aus unterschiedlichen Zelltypen.
Während sich aus der äußeren Zellgruppe später Teile der Plazenta entwickeln, bildet sich aus der inneren Zellmasse (Embryoblast) der Fötus: Die Gebärmutter sendet Signale aus, die die Blastozyste so strukturieren, dass drei Keimblätter entstehen - für Haut und Nerven, Organe sowie Magen und Darm.
Aus der Blastozyste lassen sich, das haben wissenschaftliche Experimente gezeigt, die so genannten embryonalen Stammzellen gewinnen. Hierzu wird die Kugel mit einem dünnen Skalpell aufgeschnitten. Die entnommenen Zellen lassen Forscher anschließend in einer Nährlösung gedeihen, es entstehen Zelllinien. Auf diese Weise können aus einer Blastozyste fast unbegrenzt Zellen gezüchtet werden, die sich - so die große Hoffnung - als Ersatzgewebe bei unterschiedlichen Erkrankungen einsetzen lassen. Die embryonalen Stammzellen gelten als pluripotent, das heißt sie können sich zu vielen verschiedenen Arten von Gewebe entwickeln.
Das große Problem: Blastozysten werden bei der Entnahme der Stammzellen zerstört. Da die Zellklumpen aus befruchteten Eizellen hervorgegangen sind, fallen sie unter das deutsche Embryonenschutzgesetz. Experten sind daher überzeugt, dass in Deutschland embryonale Stammzellen nicht auf diesem Weg gewonnen werden dürfen.
Glossar: zurück zur Übersicht