Glossar Zelllinie
Embryonale Stammzelllinien stellen wohl den Traum eines jeden Forschers dar: Die Zellkulturen, einmal aus Stammzellen gewonnen und mit bestimmten Zellfunktionen ausgestattet, lassen sich in Nährlösungen teils über Jahrzehnte kultivieren. Da sich die gezüchteten Zellen fast unendlich oft reproduzieren, bedarf es im Prinzip nur weniger Zelllinien, um weltweit mit embryonalen Stammzellen forschen zu können.
Gewonnen werden die Zelllinien aus den so genannten Blastozysten, Embryonen während des vierten bis siebten Tages ihrer Entwicklung. Einmal isoliert, werden die kleinen runden Zellen in der Petrischale zum Leben erweckt und mit Hilfe von Wachstumsstoffen aufgepäppelt.
Die Zellkolonien lagern in der Regel in einem Klimaschrank bei einer konstanten Temperatur von 37 Grad Celsius. Auch Luftfeuchtigkeit und Kohlendioxidgehalt werden ständig überwacht. Gefüttert werden die wertvollen Zellen mit Zucker, Vitaminen und anderen - von ihren Züchtern geheim gehaltenen - Zutaten.
Da sich die embryonalen Stammzellen nicht selbst ernähren können, werden sie auf eine Schicht tierischer Zellen gebettet. Genau hier liegt ein großes Problem. Durch den Kontakt mit anderen Zellen können die Stammzellen Verunreinigungen oder sogar Viren aufnehmen.
Nachdem die USA im vergangenen Jahr angekündigt hatten, nur noch Fördermittel für bereits registrierte Zelllinien zu vergeben, meldeten Forscher kurzerhand knapp 70 Stammzelllinien an. Viele davon dürften erst kürzlich aus der Blastozyste isoliert und noch kaum kultiviert worden sein. Experten schätzen, dass weltweit nur ein gutes Dutzend embryonaler Stammzelllinien einsatzfähig sein.
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