Glossar: In-Vitro-Fertilisation - DER SPIEGEL
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Glossar In-Vitro-Fertilisation

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit den ersten Versuchen Anfang der achtziger Jahre hat sich die In-Vitro-Fertilisation (IVF) zu einem der Standardverfahren der Reproduktionsmediziner entwickelt. Statt menschliche Eizellen im lebenden Organismus ("in vivo") zu befruchten, weichen die Mediziner auf das Reagenzglas (vitro = Glas) aus. Die Methode, ursprünglich für unfruchtbare Eltern gedacht, wird mittlerweile immer häufiger bei älteren Paaren eingesetzt.

Nach einer zweiwöchigen Hormontherapie reifen in den Eierstöcken der Frau rund 15 Follikel heran. Unter Narkose sticht der Mediziner eine Nadel in die Scheidenwand und dringt schließlich bis zum Eierstock vor. Ein Follikel nach dem anderen wird angepikst, die darin enthaltene Flüssigkeit - samt Eizelle - abgesaugt.

Im Reagenzglas werden die Eizellen mit Spermien zusammengebracht, notfalls werden die männlichen Samenzellen auch mit einer scharfen Hohlnadel injiziert. Anschließend pflanzen Mediziner die befruchteten Eizellen in die Gebärmutter ein. Mittlerweile kommt in Deutschland jedes 80. Kind aus der Petrischale. Im Jahre 1999 erblickten 9675 Retortenbabys das Licht der Welt.

Die Methode bleibt ethisch umstritten: Eine Auswahl der einzupflanzenden Embryonen ist in Deutschland zwar durch das Embryonenschutzgesetz untersagt - doch im Ausland, werden Eizellen seit längerem begutachtet und auf Schäden untersucht, bevor sie den Frauen implantiert werden. Zuletzt ist die so genannte Präimplantationsdiagnostik auch in Deutschland wieder in die Diskussion gekommen. Zudem entstehen bei jeder IVF überzählige Vorkerne, die das Interesse der Forschung wecken.

Im europäischen Ausland, besonders aber in den USA, ist noch eine weitere Auswirkung des technisch Machbaren sichtbar: Spenderinnen von Eizellen. In Kalifornien werden junge Studentinnen angeblich bereits mit dem Slogan "Bezahlen Sie Ihr Studium mit Eizellen" als Spenderinnen geködert.

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