Glossar: Vorkerne - DER SPIEGEL
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Glossar Vorkerne

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ist ein Spermium in eine Eizelle eingedrungen, aber noch nicht mit dieser verschmolzen, sprechen Entwicklungsbiologen von einem Vorkern. Im so genannten Pronucleus-Stadium ist aus der Eizelle ein weiblicher Vorkern, aus der Samenzelle ein männlicher Vorkern geworden. In der Regel dauert das Vorkernstadium zwischen 16 bis 18 Stunden, manche Mediziner rechnen auch mit 24 Stunden.

Nach Meinung der meisten Wissenschaftler kann in diesem Stadium nicht von einem neuen Individuum gesprochen werden. Vor der Verschmelzung ihrer Kerne stellen die befruchteten Eizellen dieser Argumentation folgend noch keine Embryonen dar.

Vorkerne entstehen vor allem bei der In-Vitro-Fertilisation, bei der ein gutes Dutzend Eizellen im Reagenzglas mit Spermien in Kontakt gebracht werden. Anschließend werden der Frau in der Regel drei befruchtete Eizellen eingepflanzt. Die restlichen Vorkerne bleiben übrig.

Experten gehen davon aus, dass in den Tiefkühltruhen deutscher Labors mehrere zehntausend Eizellen im Vorkernstadium lagern. Einmal aufgetaut könnten sie (bei entsprechender Gesetzeslage) innerhalb weniger Stunden zu richtigen Embryonen heranreifen - und beispielsweise als menschliche Rohstoffe für Stammzellen oder Klonexperimente dienen.

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