Glossar Therapeutisches Klonen
Um Gewebe zu züchten, dessen Erbgut exakt mit dem eines Patienten übereinstimmt, haben Forscher die Technik des so genannten therapeutischen Klonens ersonnen. Auf diese Weise soll Gewebe entstehen, das vom Immunsystem des Patienten nicht abgestoßen wird.
Bei dem ansatzweise im Tierversuch gelungenen Verfahren wird Erbmaterial aus gesunden Zellen in eine zuvor entkernte Eizelle gespritzt werden. Diese teilt sich mehrfach und reift im Labor zu einem frühen Embryo-Stadium (Blastozyste) heran. Zu dieser Zeit sind die so genannten embryonalen Stammzellen nicht ausdifferenziert, sondern können sich noch in unterschiedliche Gewebearten entwickeln.
Anstatt die Blastozyste - wie beim reproduktiven Klonen - in die Gebärmutter einzupflanzen, werden dem kugeligen Embryo die Stammzellen entnommen und anschließend im Labor kultiviert. Forscher suchen allerdings noch einen "Schalter" in den Stammzellen, der dafür sorgt, dass sie zu bestimmten Gewebearten heranwachsen. Mit einer entsprechenden Technik könnten dann beispielsweise Insulin produzierende Zellen oder ganze Organe im Labor gezüchtet werden.
In Großbritannien etwa wurde das Heilverfahren per Zellersatz legalisiert. Forschern ist es dort erlaubt, geklonten menschlichen Embryonen Stammzellen zu entnehmen, diese zu vervielfältigen und anschließend für medizinische Versuche zu verwenden. Älter als 14 Tage dürfen die verwendeten Embryonen allerdings nicht sein: Dann beginnt im britischen Königreich per Gesetz das menschliche Leben.
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