Markwayne Mullin, US-Senator:
»Wollen Sie es jetzt tun?«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Liebend gern.«
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Dann stehen Sie auf.«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Stehen Sie doch auf, großer Kerl. Ist das Ihre Lösung für jedes Problem?«
Bernie Sanders, US-Senator:
»Moment! Stopp!«
Es ist eine bemerkenswerte Szene, die sich am Dienstag im US-Senat abspielt. Der republikanische Senator Markwayne Mullin aus Oklahoma und der Gewerkschaftschef Sean O’Brien machen sich während einer Anhörung bereit für eine Prügelei.
Wie kam es dazu?
Eigentlich war O'Brien zu der Ausschussitzung eingeladen worden, um über die Rolle der Gewerkschaften bei der Unterstützung von Arbeiterfamilien zu sprechen. Dann aber zitierte Mullin aus einer Fehde auf Twitter, mittlerweile X. Der Senator las einen Tweet vor, den O’Brien schon Mitte Juni über ihn verfasst hatte.
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Darin heißt es: Gieriger CEO, der so tut, als sei er selfmade. Was für ein Clown, Betrüger. Das war er schon immer und das wird er immer sein. Hör auf, in den Senatsanhörungen auf harter Kerl zu machen. Sie wissen, wo Sie mich finden. Jederzeit und überall, Cowboy.«
Und dann ging es los.
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Sir, das hier ist eine Zeit und ein Ort. Wollen Sie Ihr Maul aufreißen? Wir können uns wie zwei Erwachsene darauf einigen. Wir können das hier zu Ende bringen.«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Okay, gut, perfekt.«
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Wollen Sie es jetzt tun?«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Liebend gern.«
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Dann stehen Sie auf!«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Stehen Sie doch auf, großer Kerl.«
Bernie Sanders, US-Senator:
»Moment! Stopp!«
Bernie Sanders, Vorsitzender des Ausschusses, hat in der Folge alle Mühe, die Sitzung wieder unter Kontrolle zu bekommen.
Bernie Sanders, US-Senator:
»Das ist eine Anhörung. Das amerikanische Volk hat weiß Gott genug Verachtung für den Kongress. Machen wir es nicht noch schlimmer.«
Aber Mullin und O’Brien verbeißen sich weiter in ihr Wortgefecht.
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Zeigen Sie nicht auf mich, das ist respektlos.«
Markwayne Mullin, US-Senator:
»Respekt vor Ihnen ist mir vollkommen egal.«
Sean O’Brien, Gewerkschaftsführer:
»Ich respektiere Sie überhaupt nicht.«
Es war ein unwürdiges Schauspiel, immerhin blieb der traurige Höhepunkt einer körperlichen Auseinandersetzung aus.
Politik wurde am Dienstag tatsächlich auch noch gemacht in Washington. Das Repräsentantenhaus, die andere Kammer im US-Kongress, stimmte einem Gesetzentwurf für einen Übergangshaushalt zu. Der drohende Stillstand der Regierungsgeschäfte, der sogenannte Shutdown, dürfte damit abgewendet worden sein. Der Senat muss dem Vorschlag nun noch zustimmen. Aber die Demokraten haben hier die Mehrheit, ihre Zustimmung gilt als sehr wahrscheinlich..