Autos: Das waren 2018 die größten Flops - DER SPIEGEL
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Frisch gekürt: Die Auto-Flops des Jahres 2018

Foto: Jürgen Pander

Unpraktisch, hässlich, laut Das sind unsere Auto-Flops des Jahres 2018

Ein Wohnmobil, das Camper verzweifeln lässt, viel zu fette und nur vermeintlich saubere Autos: Das sind unsere automobilen Enttäuschungen des Jahres.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Campster von Pössl

Campster von Pössl

Foto: Jürgen Pander

Konkurrenz bringt meist Bewegung, mit etwas Glück sogar Verbesserung. So ist man zunächst erfreut über den Citroën Campster, einen von der Firma Pössl zum Campingmobil ausgebauten Citroen Space-Tourer. Endlich eine Alternative zum Platzhirsch VW California und den etablierten Wettbewerbern Mercedes Marco Polo sowie Ford Nugget!

Doch im Campster ist vieles nicht durchdacht. Unterm Aufstelldach fehlt eine Lichtquelle. Es gibt keine Jalousien an den Scheiben. Der Teppichbodenbelag ist unpraktisch - wer nimmt schon einen Staubsauger mit zum Campen? Die Kühlbox zwischen den Vordersitzen muss ausgebaut werden, ehe sich die Sitze drehen lassen. Die Sicherheitsgurtverankerung für die Rücksitze erfordert, dass die Fondsitzbank so justiert wird, dass Gepäck auf der Heckablage hinter die Sitze rutscht. So ist schlechte Laune im Urlaub programmiert.
Von Jürgen Pander


BMW Vision iNext

BMW Vision iNext

Foto: Tom Grünweg

Da schüttelten auch Autodesigner der Konkurrenz mit dem Kopf und fragen sich ernsthaft, was die bei BMW denn geraucht hätten, solch ein katastrophal proportioniertes Fünf-Meter-Gefährt auf die Räder zu stellen? Sieht so wirklich die Elektromobilität im kommenden Jahrzehnt aus?

Unpassend ist zudem das starre Lounge-Sofa im Fond. Es gibt keine umlegbaren Lehnen, die den Kofferraum erweitern. Auch die Portaltüren, das zeigt schon der i3, erweisen sich in der Praxis als wenig tauglich. Ein- und Aussteigen in engen Parklücken ist unmöglich.

Nicht gut kam auch die PR-Aktion an, die sich der bayerische Autobauer für seine "Vision iNEXT" ausgedacht hatte. In einem Frachtflieger der Lufthansa ließ der Konzern die Studie innerhalb von fünf Tagen um die Welt fliegen: München-New-York-San-Francisco-Peking-München. Einfach so. Geht's noch?
Von Michael Specht


BMW i8 Roadster

BMW i8 Roadster

Foto: BMW

Er fängt zwar noch immer alle Blicke und macht mehr her als mancher Ferrari oder Lamborghini. Doch wer den BMW i8 nicht nur zum Auffallen und zum Angeben kauft, sondern wegen des Fahrens, für den ist der neue i8 Roadster eine herbe Enttäuschung - und zwar egal, ob man zur alten Welt gehört oder zur neuen. Denn für die Bleifußfraktion ist der Plug-in-Hybrid einfach nicht kräftig und leidenschaftlich genug und mit 250 km/h Spitze auch zu langsam. Da sind Porsche oder McLaren stürmischer.

Und für Weltverbesserer ist der i8 auch nix, weil seine elektrische Reichweite bei 53 Kilometern liegt und er im Akku-Modus nicht schneller als 130 km/h fahren kann. Da ist man selbst mit einem Smart EQ Cabrio besser dran.
Von Tom Grünweg


Mercedes-Benz CLS 450 mit Mildhybrid

Mercedes-Benz CLS 450 mit Mildhybrid

Foto: SPIEGEL ONLINE

Mildhybride wie der Mercedes-Benz CLS 450 sind die neuen Wunderwagen der Autoindustrie. Sie ermöglichen Vierzylindern die Beschleunigung von Sechszylindern, kosten den Hersteller weniger als ein echtes Hybridsystem und sollen ganz nebenbei noch jede Menge Sprit sparen.

Das Prinzip klingt einfach: Ein Riemenstartergenerator schaltet den Motor öfter ab - etwa, wenn der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Beim Bremsen gewinnt er Energie zurück, mit der er den Motor dann beim Beschleunigen unterstützen kann. Das klingt toll, bringt in der Realität fast gar nichts. So sind beim CLS 450 die versprochenen 7,5 Liter auf 100 Kilometer in der Realität mindestens 10 Liter. Die verbraucht auch ein vergleichbarer Kia Stinger mit ebenfalls sechs Zylindern, ähnlichen Fahrleistungen - aber ohne den neuen Riemenstarter-Messias.
Von Emil Nefzger


Audi e-tron quattro

Audi e-tron quattro

Foto: AP/ dpa

Satte 408 PS, von 0 auf 100 km/h in 5,7 Sekunden, dazu eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Was nach Sportwagen klingt, sind in Wirklichkeit die Leistungsdaten des neuen Elektroautos Audi e-tron quattro. Angetrieben von zwei E-Motoren wiegt das monströse SUV 2,5 Tonnen und führt den Sinn von Elektroautos - nachhaltige Mobilität! - ad absurdum. Stromverbrauch: mindestens 22,5 kWh auf 100 Kilometern, doppelt so viel wie ein Kleinwagen. Mit Nachhaltigkeit hat das nichts zu tun.

Muss es aus Sicht der Ingolstädter aber auch nicht. Denn da das SUV noch immer die erfolgreichste Fahrzeuggattung ist, baut Audi sein erstes reines E-Auto eben als SUV - der mindestens 79.900 Euro kostet. Und da sich an einem Wasserloch bekanntlich viele Elefanten tummeln, reihen sich die anderen Autohersteller gleich mit ein. Mercedes und Jaguar bauen mit den Modellen EQC und i-Pace ihre ersten E-Autos ebenfalls im SUV-Segment. So wird sie kaum etwas bringen, die Elektromobilität.
Von Christian Frahm


Der sogenannte Supersommer 2018 hat Spuren hinterlassen: ausgetrocknete Flüsse, zu kleine Kartoffeln, Besorgnis wegen der Erderwärmung. Bei Menschen, die an Hauptverkehrsstraßen wohnen, könnten auch Hörschäden aufgetreten sein - so zahlreich waren Motorräder und getunte Autos unterwegs.

Dass die Mercedes-Tochter AMG den neuen A 35 dennoch als Blech gewordene Ruhestörung konzipiert hat, ist mehr als ärgerlich. Der Wagen bollert, krakeelt und sondert den Lärm künstlicher Fehlzündungen ab, wie wir beim Fahrtest erfahren haben. Dass die Gesetzeslage das alles zulässt, macht es nur noch schlimmer. Danke, Mercedes!
Von Nils-Viktor Sorge

Lesen Sie hier, welche Autos uns besonders gut gefallen haben.