Daimler will in den USA Elektro-Schwerlaster bauen - DER SPIEGEL
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US-Tochter Freightliner Daimler will in den USA Elektro-Schwerlaster bauen

Konkurrenz für Tesla: Daimler bringt mit seiner US-Marke Freightliner zwei E-Trucks auf den Markt - einen Schwerlaster und ein kleineres Modell. Allerdings werden anfangs nur ausgewählte Kunden testen dürfen.
Elektro-Schwerlaster eCascadia von Daimler
Elektro-Schwerlaster eCascadia von Daimler

Elektro-Schwerlaster eCascadia von Daimler

Foto: Eric Johnson / REUTERS
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Der Lkw-Hersteller Daimler geht nun auch bei seiner US-Marke Freightliner mit zwei komplett elektrischen Lastwagen auf den Markt. Zunächst sollen allerdings nur 30 Fahrzeuge in einer Art Pilotphase an Kunden ausgeliefert werden, wie der Konzern bei einer Investorenveranstaltung in Portland im US-Bundesstaat Oregon mitteilte. Der Beginn der Serienfertigung ist, genau wie beim Mercedes-Benz-Modell eActros, für 2021 geplant. Zudem führt Daimler alles, was bei seinen Lastwagen und Bussen mit Elektromobilität zu tun hat, markenübergreifend unter einem Dach zusammen.

Die ersten 30 Freightliner-E-Lastwagen sollen im Laufe dieses Jahres als "Innovationsflotte" an Kunden übergeben werden. Man verfolge damit das Ziel, gemeinsam weitere Erkenntnisse zu gewinnen, wie sich Elektro-Lkw im Alltag möglichst effizient einsetzen ließen, hieß es. Der schwere eCascadia soll eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern haben, der leichtere eM2 soll bis zu 370 Kilometer schaffen.

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US-Konkurrent Tesla hatte vergangenes Jahr einen 40-Tonner namens Semi mit bis zu 800 Kilometer Reichweite angekündigt. Schon bei der Vorstellung des eActros im Februar hatte sich Daimlers Truck-Chef Martin Daum skeptisch gezeigt, ob das machbar ist. Auch der eActros wird erst von ausgewählten Kunden auf Alltagstauglichkeit getestet, bevor er in Serie geht. Beim kleinen eCanter der Marke Fuso ist Daimler schon einen Schritt weiter: Ihn gibt es zumindest in Kleinserie.

Tesla-Laster Semi

Tesla-Laster Semi

Foto: REUTERS

Mit der Zusammenführung der einzelnen Elektro-Abteilungen der verschiedenen Marken unter einem Dach folgt der Konzern dem Vorbild bei den konventionell angetriebenen Lastwagen. Auch dort wird alles, was gemeinschaftlich entwickelt und genutzt werden kann und nicht markenprägend ist, zentral koordiniert.

E-Laster kommen in Europa in Fahrt

Außer Daimler sind in Europa auch andere Lkw-Hersteller intensiv mit der Entwicklung von E-Lastern beschäftigt. Volvo geht mit dem FL Electric an den Start. Mit 16 Tonnen Gesamtgewicht ist der Lkw für den städtischen Lieferverkehr, die Abfallwirtschaft oder andere kommunale Aufgaben ausgelegt. Die ersten beiden Fahrzeuge werden in Göteborg vom Abfallentsorgungsunternehmen Remova und der Spedition TGM demnächst in Betrieb genommen. Ab 2019 beginnt bei Volvo dann die Großserienproduktion und der Verkauf des Elektrolasters in Europa.

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Elektro-Lkw: Unter Strom

Foto: Volvo Trucks

Renault plant 2019 den Start eines elektrifizierten Lkw. Bereits seit 2009 testet der französische Hersteller vollelektrische Versuchsfahrzeuge im Bereich von 12 bis 16 Tonnen. Dass Volvo und Renault nahezu zeitgleich mit einem E-Truck auf den Markt kommen, ist kein Zufall: Renault Trucks gehört seit 2001 zur Volvo-Gruppe und profitiert damit von der Forschung und Entwicklung der Schweden.

Auch MAN hat angekündigt, einen Lastwagen mit E-Antrieb zu bauen - zunächst soll ab 2019 eine Kleinserie gefertigt werden, zwei Jahre später soll die reguläre Serienproduktion beginnen. Bei MAN setzt man wie bei Volvo vorerst auf mittelschwere Lkw für den Lieferverkehr in der Stadt.

In Deutschland sollen E-Laster vom kommenden Jahr an von der Maut befreit werden - ein "großer Anreiz für Transportunternehmen, auf umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen", erklärte Verkehrsminister Andreas Scheuer. Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Förderung des elektrischen Lieferverkehrs festgeschrieben.

oka/dpa