Luxus-Kombis: Prescht Audi vor? - DER SPIEGEL
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Luxus-Kombis Prescht Audi vor?

Als die Ingolstädter VW-Tochter Audi im September auf der IAA die Luxus-Kombi-Studie Avantissimo vorstellte, glaubte die Branche an eine nette, aber kaum erfolgversprechende Idee. Jetzt sieht es so aus, als solle das Auto gebaut werden.
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Der VW-Entwicklungschef und künftige Audi-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn deutete jetzt in einem Interview der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" an, dass die Planungen für den Avantissimo über das reine Studien-Stadium hinausgingen. Winterkorn: "Es gibt in dieser Klasse sonst überhaupt keinen Kombi, was dieses Auto besonders interessant macht."

Vor allem in den USA habe sich das Urlaubsverhalten dramatisch verändert. Offenbar reisen wohlhabende Amerikaner immer öfter mit dem Auto und mit immer mehr Gepäck. Und außerdem scheint die angepeilte Klientel großen Wert auf eine gewisse Eleganz zu legen, weshalb Vans oder gar Wohnmobile als Fortbewegungsmittel ausscheiden.

Längst haben auch andere Hersteller dieses Trend erkannt. Mercedes etwa stellte vor wenigen Wochen auf der Detroit Motor Show die Edel-Kombi-Studie Vision GST vor. Der "Grands Sports Tourer" soll bis zu sechs Insassen Platz bieten, steckt voller Komfort und trug als Schaustück einen V8-Motor mit 360 PS (265 kW) unter der langgezogenen Haube. Wenn die Verantwortlichen grünes Licht geben, könnte der Wagen in drei bis vier Jahren auf die Straßen kommen.

Audi wäre mit dem Avantissimo wohl schneller am Start. Die Ingolstädter würden mit diesem Auto die Nische der Luxus-Kombis eröffnen, denn bislang herrscht in den obersten Marktetagen die Limousine als Karosserieform vor. Auch technisch deutete Audi bereits an, dass der Avantissimo mit Vehemenz das neue Revier erschließen soll.

Die IAA-Studie war mit einem 4,2-Liter-Biturbo-V8-Motor ausstaffiert, der 430 PS (316 kW) leistet und ein Drehmoment von 600 Nm auf die Kurbelwelle stemmt. In der Pressemitteilung zur Weltpremiere hieß es, der Avantissimo sei "ein entschlossener Schritt in die Zukunft von Audi".

Der Trend zu neuen, variableren und geräumigeren Karosserien in höheren Klassen scheint tatsächlich eine breite Wirkung zu haben. Beispiel dafür sind das neue Renault Oberklassen-Modell Vel Satis und der Cadillac SRX, der im nächsten Jahr nach Deutschland kommen soll. In einem weiteren Sinne gehören auch die geländegängigen, vor allem aber großzügig geschnittenen Edelfahrzeuge vom Schlage eines Range Rover, eines BMW X5, der Mercedes M-Klasse oder der künftige VW Touareg und Porsche Cayenne dazu. Und auch Studien wie der VW Magellan oder der Nissan Crossbow.

Wenn Audi die Kühlermaske vorne haben will, dann aber avantissimo!