Autogramm Suzuki Swift: Geschrumpft und doch vergrößert
Autogramm Suzuki Swift Kleine Überraschung
Der erste Eindruck: Ein Motocross-Helm auf Rädern.
Das sagt der Hersteller: "Wir wollten ein Auto bauen, das die Menschen begeistert. Wenn sie es sehen, wenn sie sich hineinsetzen und wenn sie auf das Gaspedal treten." Eigentlich Standard-Phrasen aus dem Marketing-Satzbaukasten, die Suzukis Chefingenieur Masao Kobori da zum neuen Swift aufsagt - doch aus seinem Mund hätte man sie nicht erwartet. Denn für einen Hersteller, der sonst vor allem an die Vernunft appelliert und deshalb eher biedere, dafür aber umso solidere Autos fertigt, sind solche Worte fast schon ein Ausbruch an Leidenschaft.
Das ist uns aufgefallen: Begeisterung? Das ist vielleicht ein bisschen übertrieben - aber für eine angenehme Überraschung sorgt der neue Swift auf jeden Fall. Allein schon deswegen, weil er durch sein unverwechselbares Design aus dem Einerlei der Kleinwagen heraussticht. Hinzu kommt ein durchaus ansehnliches Interieur, das - anders als die Suzuki-Modelle Baleno oder Ignis - den nüchternen Pragmatismus des Herstellers nicht ganz so demonstrativ zur Schau stellt.
Autogramm Suzuki Swift: Geschrumpft und doch vergrößert
Zwar finden sich auch im Swift viele Hartplastikteile, dünne Sitze und eine Kofferraumauskleidung, deren Material billig wirkt. Doch dank farbiger Konsolen, etwas Glanzlack um die Klimaregelung, eines großen Touchscreens mit Chromrahmen in der Armaturentafel und eines unten abgeflachten Lenkrads macht der Swift innen einen ziemlichen frischen Eindruck.
Am meisten verblüfft jedoch das leidenschaftliche Fahrverhalten. Im Vergleich zum Vorgänger ist der neue Swift bis zu 120 Kilo leichter - dementsprechend kommt er flinker um Kurven, beschleunigt besser und bleibt auch beim harschen Bremsen unbeirrbar stabil. Eine etwas breitere Spur, ein wenig Feinschliff am Fahrwerk und ein kleinerer Wendekreis haben ebenfalls Anteil daran, dass das Handling des Wagens gelungen ist.
Video: Suzuki Swift im Test
Die Gewichtsreduzierung ist zum einen auf die Verwendung leichterer Stähle zurückzuführen, zum anderen auf eine unkonventionelle Entwicklung: Denn während Autos sonst mit jedem Generationswechsel ein bisschen größer werden, ist der Swift in der sechsten Genration ein bisschen geschrumpft - und zwar um einen Zentimeter in der Länge und drei in der Höhe. Umso bemerkenswerter, dass er trotzdem mehr Platz bietet. Dank eines um zwei Zentimeter gewachsenen Radstands sitzt man auf allen Plätzen etwas bequemer. Das Kofferraumvolumen ist sogar um 54 Liter gewachsen: Jetzt fasst das Gepäckabteil des 3,84 Meter langen Swift 265 Liter und kann auf bis zu 947 Liter erweitert werden.
Das muss man wissen: Die sechste Baureihe des Swift kommt in Deutschland in diesen Tagen auf den Markt. Mit Vierzylindermotor, 1,2-Liter Hubraum und 90 PS kostet er mindestens 13.790 Euro. Für das Modell mit Dreizylinder-Turbomotor, der 112 PS aus einem Liter Hubraum presst, werden 16.940 Euro fällig. Am Dreizylinder stört zwar das typische Schnattergeräusch, dafür sorgt er aber für einen quirligen Antrieb. Was allerdings fehlt: Ein sechster Gang.
Zusätzlich gibt es eine Mild-Hybrid-Variante namens SVHS, die 19.440 Euro kostet. Herzstück des Systems ist ein stärkerer Anlasser, der über einen Riementrieb den Dreizylinder-Benziner beim Anfahren und Beschleunigen unterstützt. Beim Bremsen fungiert er als Generator, um elektrische Energie zu erzeugen und in einer Lithium-Ionen-Batterie bis zum nächsten Boost zwischenzuspeichern. Das drückt den Verbrauch laut NEFZ auf 4,3 Liter.
Als einer der wenigen Hersteller im Kleinwagensegment bietet Suzuki außerdem auch weiterhin ein Allradmodell. Mit Kraftentfaltung auf allen vier Rädern kostet der Swift 17.400 Euro. Laut Unternehmensangaben betrug der Allrad-Anteil in Deutschland zuletzt zehn Prozent.
Mit dem Generationswechsel rüstet Suzuki auch bei der Elektronik auf. Das Infotainment-Center in der Mittelkonsole beherrscht Apple Car-Play und Android Auto. Eine Kombination aus Laserscanner, Kamera und Radar regelt das Tempo und den Abstand zum Vorausfahrenden, steuert das Fernlicht, überwacht die Aufmerksamkeit des Fahrers, hilft bei der Spurführung und löst vor einem drohenden Auffahrunfall eine Notbremsung aus.
Das werden wir nicht vergessen: Die ständige Alarmbereitschaft des neuen Swift. Die Assistenzsysteme sind so übervorsichtig ausgelegt, dass insbesondere der Abstandswarner nahezu permanent piept.
| Hersteller: | Suzuki |
|---|---|
| Typ: | Swift (2017) |
| Karosserie: | Kleinwagen |
| Motor: | Dreizylinder-Turbobenziner |
| Getriebe: | Fünfgang-Schaltgetriebe |
| Antrieb: | Front |
| Hubraum: | 998 ccm |
| Leistung PS: | 112 PS |
| Leistung kW: | 82 kW |
| Drehmoment: | 170 Nm |
| Von 0 auf 100: | 10,6 Sek. |
| Höchstgeschw.: | 195 km/h |
| Verbrauch (ECE): | 4,3 Liter |
| CO2-Ausstoß: | 97 g/km |
| Kofferraum: | 265 Liter |
| umgebaut: | 947 Liter |
| Gewicht: | 950 kg |
| Maße: | 3840 / 1735 / 1480 |