Berufseinstieg: Pannen im Job - DER SPIEGEL
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In der Technikfalle 20 plus 20 macht 20

Süßwarenmesse in Köln
Süßwarenmesse in Köln

Süßwarenmesse in Köln

Foto: Koelnmesse / Thomas Klerx
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mein erster Radiobeitrag führte mich Anfang der Neunzigerjahre auf die Kölner Süßwarenmesse. Ein Traum für einen Marzipan- und Schokoladen-Junkie: Hier konnte man sehen und vor allem probieren, was es im normalen Lebensmittelhandel noch gar nicht gab und in manchen Fällen auch niemals geben würde.

Geheimes Süßwarenwissen anzuzapfen, das war meine journalistische Mission. Damals schleppten Radiomenschen statt kleiner Aufnahmeeinheiten riesige Nagra-Tonbandgeräte und mehrere Ersatzspulen mit sich herum. "Nagra-Schmitz", im Funkhaus für den Verleih der Geräte zuständig, hatte mir pfeifenrauchend die Bedienung erklärt. Auf der Messe interviewte ich mit ziemlichem Reporterstolz die Süßwarenhersteller und ließ sie ihre neuesten Kreationen beschreiben.

Ich hielt ihnen mein nach Pfeifenrauch riechendes WDR-Mikrofon im vorgeschriebenen Abstand vor den Mund, kontrollierte parallel zum Gespräch ständig den Aufnahmepegel und fand es selbst wahnsinnig souverän, wie ich diese ersten Interviews meiner Radiolaufbahn meisterte.

Einziges Problem: Die Tonbandspulen waren schnell voll, nach rund 20 Minuten musste man sie wechseln. Ich nahm also die volle und die leere Spule, tauschte sie aus und nahm weitere Interviews auf der Rückseite des Bands auf - dachte ich zumindest.

Leider aber gab es eine solche Rückseite überhaupt nicht - stattdessen überspielte ich mit meiner zweiten Aufnahme die ersten 20 Minuten fast vollständig.

Irgendwie ist dann doch noch ein Radiobeitrag draus geworden - mit ziemlich reduziertem O-Ton-Material als Basis.

Armin