Deutschlands Uni-Typen: Raphael Wintrich - DER SPIEGEL
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Deutschlands Uni-Typen Retter der krummen Gurken

Der Student Raphael Wintrich sammelt Essen, das ohne ihn im Abfall landen würde, und versorgt damit soziale Einrichtungen. Seine Hilfe ist auch Protest: Er will gegen die Verschwendungssucht der Deutschen kämpfen.
Student Wintrich: "Die Deutschen sind Weltmeister im Wegwerfen"
Student Wintrich: "Die Deutschen sind Weltmeister im Wegwerfen"

Student Wintrich: "Die Deutschen sind Weltmeister im Wegwerfen"

Foto: Harald Fronzeck
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Donnerstagnachmittag in Köln: Raphael Wintrich, 27, zieht seine warme Jacke an, setzt seine Lappenmütze auf und geht raus in die Frühjahrskälte, um Gutes zu tun.

Vorm Haus befestigt er einen Anhänger an seinem Trekkingrad, dann radelt er los: Der Student der Sozialen Arbeit an der Katholischen Hochschule will die Supermärkte in seiner Gegend abklappern und Lebensmittel einsammeln, die die Märkte nicht mehr verkaufen können, in erster Linie Obst und Gemüse: bräunliche Bananen, Äpfel, die schon leichte Druckstellen haben, Gurken, die etwas zu krumm sind. Wintrich tut das zweimal in der Woche und nennt sich "Lebensmittelretter".

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Das erinnert an die Arbeit der "Tafel", allerdings betreibt der Student keine eigene Ausgabestelle, und es geht ihm auch nicht in erster Linie um Nothilfe. Das, was er einsammelt, liefert er zwar bei Asylbewerberheimen, Obdachlosenunterkünften und anderen sozialen Einrichtungen ab. Aber im Prinzip ist es ihm egal, wer das Grünzeug isst: Nichts, was eigentlich noch gut ist, soll in der Tonne landen.

"Die Deutschen sind Weltmeister im Wegwerfen. Das muss ein Ende haben", sagt Wintrich. Mit seinem Kampf gegen die Verschwendung steckte er nun schon Hunderte an: Vor einem halben Jahr baute er gemeinsam mit Bekannten die Internetseite lebensmittelretten.de auf , über die sich mittlerweile 2500 Lebensmittelretter organisiert haben. Allein in Köln wird das Projekt von 200 anderen unterstützt, darunter gut hundert Studenten, sagt Wintrich.

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Ausgabe 1/2014

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