WG-Probleme: Wenn die Mitbewohner mobben - DER SPIEGEL
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Hilfe von der WG-Therapeutin "Meine Mitbewohnerinnen wollen mich rausmobben"

Jens wohnt mit zwei Frauen zusammen, die ihn offenbar loswerden wollen. Soll er lieber freiwillig gehen?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jens* schreibt:

"Ich wohne seit einem Jahr zur Untermiete in einer Dreier-WG, zusammen mit der Hauptmieterin und einer weiteren Mitbewohnerin. Seit einem Monat werde ich von beiden gemobbt.

Sie gehen mir demonstrativ aus dem Weg, sind unfreundlich und abweisend zu mir. Die Stimmung in unserer WG ist angespannt und feindselig. Es ist offensichtlich, dass beide versuchen, mich aus der Wohngemeinschaft rauszuekeln. Dabei hatten wir bislang ein entspanntes Verhältnis.

Es begann Anfang des Jahres mit meiner Mitbewohnerin, die sich mit blöden Kommentaren über mich lustig gemacht hat. Sie kennt komischerweise auch viele Details aus meinem Privatleben, die aus der Beziehung mit meiner Ex-Freundin stammen. Es ist offensichtlich, dass sich beide kennen.

Du hast WG-Kummer?
Foto: Silja Götz

Wohngemeinschaften sind toll, das einzig Lästige sind die Mitbewohner. Sie leeren dein Nutella-Glas, haben lauten Sex und noch lautere Musikanlagen. Oder weint dein Zimmernachbar dauernd und wirkt depressiv? Schreist du alle nur noch an? Bei WG-Kummer hilft Erziehungswissenschaftlerin Sabine Stiehler. Schick deine Fragen, Sorgen, Probleme an wg-kummer@unispiegel.de . Mit einer Einsendung erklärst du dich mit einer anonymen Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE und sämtlichen anderen Medien der SPIEGEL-Gruppe einverstanden.

Ich habe meine Ex-Freundin darauf angesprochen, warum sie meiner Mitbewohnerin Privates über mich erzählt und woher sie meine Mitbewohnerin kennt, doch sie hat alles geleugnet.

Die Hauptmieterin hat sich bis vor Kurzem aus allem rausgehalten, ist aber nun in das Mobbing eingestiegen. Mir ist aufgefallen, dass auch sie meine Ex-Freundin kennt.

Irgendwann habe ich der Hauptmieterin gesagt, sie solle aufhören, mich zu verarschen. Seitdem ist unser Verhältnis zerrüttet. Ich bin wütend und ratlos, warum meine Mitbewohnerinnen und meine Ex-Freundin gegen mich intrigieren. Es wäre sinnlos, sie darauf anzusprechen, weil ich glaube, dass sie alles leugnen würden.

Ich bin mir mittlerweile aber ziemlich sicher, dass meine Mitbewohnerinnen mich loswerden wollen, um das Zimmer an meine Ex-Freundin zu vergeben. Ich weiß nicht, wie ich mit dieser Situation umgehen soll."

*Name geändert

Zur Person
Foto: Amac Garbe

Sabine Stiehler lindert den WG-Kummer der SPIEGEL-ONLINE-Leser. Stiehler ist promovierte Erziehungswissenschaftlerin und leitet die Psychosoziale Beratungsstelle im Studentenwerk Dresden.

Sabine Stiehler antwortet:

"Lieber Jens,

ich finde es nicht sinnlos, wenn Sie Ihre Mitbewohnerinnen darauf ansprechen. Fragen Sie sie, ob Ihre Vermutung stimmt, dass die beiden Sie loswerden wollen. Dazu müssen sie ja etwas sagen. Und für Sie ist es wichtig, dass Sie diesen Verdacht aussprechen und sich das von der Seele reden.

Fotostrecke

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Aber lassen Sie Ihr Privatleben da raus - das könnte schnell peinlich werden. Wenn Sie so etwas zum Thema machen, ist es noch mehr in der Welt. So etwas gehört nicht in so ein Gespräch.

Ich rate Ihnen auch nicht dazu, noch mal mit ihrer Ex-Freundin zu sprechen. Klären Sie das Problem lieber direkt mit Ihren Mitbewohnerinnen. Welche Kommentare mussten Sie sich anhören? Inwiefern wurden Sie gemobbt?

Wenn Ihre Mitbewohnerinnen Sie wirklich schlecht behandeln und sich gegen Sie 'verschworen' haben, dann können Sie leider nicht mit ihnen zusammen wohnen. Wenn die beiden Sie loswerden wollen, werden sie das auch schaffen. Ich raten Ihnen: Gehen Sie freiwillig - und zwar erhobenen Hauptes."