Webby-Awards Oscar der Hungerleider
"And the winner is..." - die Floskel wollten sich die Präsentatoren der diesjährigen Webby-Awards nicht ersparen, serviert wie immer mit Selbstironie. Die ist in diesem Jahr berechtigter als je zuvor, denn Gewinner gab es weder im Publikum noch auf der Bühne viele.
Zwei Zahlen beschreiben die Agonie einer Branche, die sich vor wenigen Jahren anschickte, die Wirtschaftswelt umzukrempeln: 3100 und 316.
Die erste ist die Zahl der Sitzplätze bei den Webbys des letzten Jahres, die Bestuhlung des War Memorial Opera Houses: 3100.
Die zweite ist die Zahl der Stühle, die die Organisatoren in diesem Jahr zu brauchen glaubten, um alle Gäste gut unterzubringen: 316 Sitzplätze bietet das Auditorium der San Franciscoer Legion of Honor.
Dementsprechend leisteten sich die beiden Organisatorinnen auch keinen teuren Moderator mehr, sondern erledigten den Job einfach selbst. Am Anspruch der Webbys ändert das zunächst nichts, versichert Tiffany Shlain, eine der beiden Webby-Begründerinnen: Noch immer seien die Webbys die "Oscars" der Szene, vergeben in 30 Kategorien. Der kleine Rahmen fokussiere die Aufmerksamkeit auf die Gewinner, sagt sie. Galgenhumor hat sie.
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Dabei fanden sich unter den Nominierten tatsächlich auch Unternehmen, die tatsächlich Geld verdienen - das war gerade zur Blütezeit der Webbys durchaus nicht immer so. Gleich drei Webbys nahm Google mit, als Abräumer entpuppte sich auch Amazon.
Die ganze Veranstaltung steht für eine erheblich pragmatischere Linie: In vergangenen Jahren feierte die Branche in ihren Preisträgern gern auch ihre eigene Verrücktheit. Dieses Jahr, sagt Shlain, fiel die Feier "reifer" aus, "wie die Branche selbst".
Und: "Dieses Jahr hat einfach jeder weniger Geld. Es passte zur Zeit."
Genau das taten die Webbys allerdings immer.
Die vollständige Liste der Preisträger findet sich auf der Website der Webbys .