Flugzeug unter Quarantäne: SARS-Alarm in Hamburg - DER SPIEGEL
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Flugzeug unter Quarantäne SARS-Alarm in Hamburg

Ein Flugzeug der Air France wurde eineinhalb Stunden lang auf dem Hamburger Flughafen festgehalten. Eine Patientin war kurz vor der Landung auf der Toilette zusammengebrochen. Weil die Deutsche aus China zurückkam, traten SARS-Quarantänevorschriften in Kraft.
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Hamburg - Bei der Landung war alles noch wie gewohnt. Pünktlich um 17 Uhr landete Air-France-Flug 2310 heute in Hamburg. Die aus Paris kommende Maschine rollte ans Gate, die Passagiere sprangen auf und zogen die Mäntel an. Die Treppe wurde ans Flugzeug geschoben - doch die Tür blieb geschlossen.

Eine Stewardess forderte die Passagiere auf, sich wieder zu setzen. Die Turbinen wurden wieder angelassen, das Flugzeug setzte sich in Bewegung und rollte bis ans äußerste Ende des Flughafens. Sofort sausten Krankenwagen und Feuerwehren heran, die Katastrophenschützer umstellten das Flugzeug.

Lange ließ der Pilot die Passagiere im Dunkeln, bis ihnen endlich der Grund für die Warterei mitgeteilt wurde: Eine Frau habe einen Zusammenbruch erlitten. Weil sie auf der Rückreise aus China sei, stehe das gesamte Flugzeug nun unter Quarantäne. "Alle sind ganz bleich geworden", beschreibt ein Passagier die Reaktion der Fluggäste.

Derweil wurde die Patientin, die kurz vor der Landung auf der Toilette kollabiert war, ärztlich untersucht - von Ärzten, die sich außerhalb des Flugzeuges befanden, berichtete ein Passagier. Die Frau habe via Funktelefon ihre Symptome geschildert. Der Sprecher des Hamburger Flughafens, Thomas Immelmann, versichert dagegen, dass ein mitreisender Arzt die Deutsche vor Ort untersucht habe und seine Ergebnisse telefonisch an den Flughafenarzt weitergegeben habe.

Nach eineinhalb Stunden diagnostizierten die versammelten Fachkräfte drinnen und draußen, dass die Frau wohl nur einen Schwächeanfall erlitten hat in Verbindung mit einer Grippe. Die Symptome legten keinen SARS-Verdacht nahe, die Maschine dürfte nun ans Gate.

Nach eineinhalb Stunden banger Warterei waren die Passagiere froh, endlich aussteigen zu dürfen. Alle bis auf die kranke Frau bestiegen einen Bus, wo sie von einem Repräsentanten, vermutlich von Air France, empfangen wurden. Der entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, die für solch einen Verdacht nun mal vorgeschrieben sind, und versicherte den Passagieren, dass die Frau nur einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Allerdings, so fuhr er fort, soll sich jeder Passagier beobachten und im Falle einer plötzlichen Erkrankung doch besser gleich einen Arzt aufsuchen.

Adressen oder auch nur Kontaktnummern der Passagiere wurden nicht aufgenommen.

Michaela Schießl

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