Die Tinder-Schwindler – Teil 2 Die Opfer der Love-Scammer
Sunny aus Ghana hat Anja aus Hannover ein Jahr lang die große Liebe vorgetäuscht. Sie hat ihn nie getroffen. Doch für Anja fühlte es sich so an, als würde sie eine Beziehung mit Sunny führen.
Am Anfang hatte sie Schmetterlinge im Bauch, wenn Sunny anrief. Zwischendurch hatte sie Zweifel, sie stritten sich, wie ein ganz normales Paar. Im Laufe des Jahres lernte Anja sogar Sunnys Mutter kennen. Doch die Verbindung fand nur am Telefon statt.
Anja ließ Sunny immer mal wieder kleine Geldsummen zukommen, doch viel hatte sie nicht. Sunny erzählte ihr, dass er ein Unternehmen habe, irgendetwas mit Fischen. Die Tiere waren dann plötzlich krank und irgendein »Cousin« würde Geld überweisen. Diese und ähnliche Geschichten tischte Sunny Anja auf. Und sie stellte ihm dafür gutgläubig ihr Konto zur Verfügung. Zumeist Frauen überwiesen immer wieder höhere Beträge an Sunny und Anja wurde so zu seiner »Finanzagentin«. Sie wusch illegal erworbenes Geld für Sunny, der zeitgleich als Love-Scammer mehrere Frauen ausnahm.
So kam auch die SPIEGEL-TV-Reporterin Tatjana Kurdjumov dem Betrüger auf die Spur. Sie hatte ein Fake-Account zur Recherche eingerichtet. Als sie Anja mit Sunnys Geldforderungen konfrontiert, bricht für sie eine Welt zusammen. In der zweiten Folge »Im Verhör: Die Tinder-Schwindler« spricht Anja offen darüber, wie diese Erfahrung ihr Vertrauen in Menschen für immer zerstört hat.
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