Chronologie Stationen des Ex-Generals Meyer
Als bissiger Angreifer wurde er zu Beginn seine Amtszeit umschrieben. Vier Jahre lang war Laurenz Meyer Generalsekretär der Christdemokraten. Jetzt ist er über die Affäre um die Gehaltszahlungen seines früheren Arbeitgebers RWE gestürzt.
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23. Oktober 2000
Laurenz Meyer, bisheriger Landtagsvizepräsident in Nordrhein-Westfalen, wird neuer CDU-Generalsekretär. Er tritt die Nachfolge von Ruprecht Polenz an, der nur sechs Monate im Amt war. Loyalität und Aufrichtigkeit sind die Qualitäten, die Meyer im politischen Geschäft für sich in Anspruch nimmt.
- CDU-Generalsekretär: Polenz geht - Meyer kommt
- Porträt Laurenz Meyer: Ein bissiger Angreifer
Auf einem kleinen CDU-Parteitag in Stuttgart wird Meyer mit 93,4 Prozent zum kommissarischen Generalsekretär gewählt. Von den 150 Delegierten stimmen 44 nicht ab. Kurz darauf erklärt Meyer, dass er Koalitionen mit den Grünen auf Länderebene für möglich hält.
- CDU-Parteitag: Meyer zum Generalsekretär gewählt
- Verblüffender Start: Meyer schießt gegen eigene Partei
- Polit-Avancen: CDU-General flirtet mit den Grünen
Laurenz Meyer stellt ein CDU-Plakat vor. Darauf wird Bundeskanzler Gerhard Schröder als Verbrecher dargestellt, ihm wird "Rentenbetrug in Serie" vorgeworfen. Die Fahndungsfotos lösen Empörung aus. Nach Protesten auch aus der Union zieht die CDU das Plakat zurück.
12. März 2001
In einem Interview beschimpft Umweltminister Jürgen Trittin Laurenz Meyer: Er habe "die Mentalität eines Skinheads" und zeige eine "geistige Flachheit". Grund für Trittins Ausfall ist Meyers Kritik am Grünen-Beschluss, zum Asylrecht von 1993 zurückzukehren. Trittin muss sich bei Meyer entschuldigen.
- Unionspolitiker: Entrüstung über Trittins Angriff
- Skinhead-Vergleich : Trittin entschuldigt sich
- Briefwechsel: Trittin - Meyer und Merz - Schröder
Laurenz Meyer ist offiziell CDU-Generalsekretär. Auf dem Parteitag in Dresden erhält er 90 Prozent der Stimmen. Nach seiner Wahl sagt Meyer: "Ich bin wirklich gerührt. Wir werden alle gemeinsam kämpfen." 28. November 2003
Lange Zeit ist es ruhig geblieben um Laurenz Meyer. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht der CDU-Generalsekretär über das Herzog-Konzept, den Reformstreit mit dem CSU-Politiker Seehofer, die Affäre Hohmann und die Patriotismus-Debatte. 8. März 2004
Die Arbeitsnehmervertreter in der baden-württembergischen CDU fordern Meyers Rücktritt. Grund ist ein Reformpapier des CDU-Generalsekretärs und seines CSU-Kollegen Markus Söder. Nach dem Entwurf soll das Kündigungsrecht weitgehend abgeschafft werden. Ein Generalsekretär, der die Volkspartei CDU durch einseitige Positionierung spalte, sei auf Dauer nicht tragbar, so die Arbeitnehmervertreter.
10. Dezember 2004
Die Affäre Meyer beginnt. Es wird bekannt, dass der CDU-Generalsekretär vom Energie-Riesen RWE Strom zu verbilligten Preisen bezieht. Meyer, früherer Hauptabteilungsleiter des Konzerns, bestätigt dies. Zudem habe er nach eigenen Angaben "irgendeine Ausschüttung" von RWE erhalten.
Scheibchenweise kommen neue Details ans Licht. Obwohl sein Arbeitsverhältnis bei RWE seit 1999 ruht, hat der Konzern Meyer monatelang ein doppeltes Gehalt und eine saftige Abfindung gezahlt, berichtet der SPIEGEL. Der Anfang vom Ende.
- Doppel-Gehälter: Laurenz Nimmersatt
CDU-Parteichefin Angela Merkel hält weiter an Laurenz Meyer fest. Ein Rücktritt steht angeblich nicht zur Debatte. Einige CDU-Politiker befürchten jedoch, dass sich die Affäre negativ auf den Ausgang der bevorstehenden Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein auswirken könne, und fordern Meyers Rücktritt.
- RWE-Affäre: Merkel hält an Meyer fest
- Angst vor Niederlagen: CDU-Politiker fordern Rücktritt
- Doppel-Verdiener: Union ächzt unter der Meyer-Affäre
Laurenz Meyer tritt von seinem Posten als CDU-Generalsekretär zurück. Sein Nachfolger soll der bisherige Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Volker Kauder, werden.