Karriereknick Mißfelder gibt Posten im CDU-Präsidium auf
Mißfelder: Noch jüngstes Mitglied im CDU-Präsidium
Foto: Axel Schmidt/ Getty ImagesHamburg - Lange kannte die Karriere des strebsamen CDU-Mannes Philipp Mißfelder nur eine Richtung: Es ging aufwärts. Doch in den vergangenen Wochen häuften sich die Rückschläge. Jetzt hat er auch angekündigt, seinen Posten im CDU-Präsidium zu räumen.
Er sagte der "Welt", er wolle im Herbst seinen Posten aufgeben und ihn an den gesundheitspolitischen Sprecher der Union, Jens Spahn, abgeben. "Ich ziehe mich aus dem Präsidium zurück. Es gab vor Monaten eine Absprache zwischen Jens Spahn und mir", zitierte ihn die Zeitung. "Ich bin der Meinung, dass nach wie vor ein Vertreter der jungen Generation im Präsidium sein sollte, der auch kontroverse Themen besetzt und sich nicht verbiegen lässt."
Mißfelder bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters auf Nachfrage, dass er die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel am 1. April über diesen Schritt informiert habe. DER SPIEGEL meldete, dass Merkel bereits Erkundigungen eingezogen hat, wer an Mißfelders Stelle beim Parteitag Ende des Jahres kandidieren könnte.
Die Wahl von Spahn auf dem Bundesparteitag im November ist allerdings alles andere als sicher. Nach Angaben aus Unionskreisen wird auch eine Kandidatur von Gesundheitsminister Hermann Gröhe erwogen. Merkels früherer Generalsekretär stammt ebenso wie Mißfelder und Spahn aus dem größten CDU-Landesverband Nordrhein-Westfalen.
Dessen Landesvorsitzender Armin Laschet hat nach Angaben seiner Sprecherin bereits eine klare Vorstellung über die Nachfolge. "Aber jetzt ist noch nicht der Zeitpunkt, dies zu verkünden", sagt eine Sprecherin. Eine Verabredung zwischen zwei Politikern für einen Personaltausch sei aber nicht das richtige Verfahren.
Mißfelder gibt im Sommer seinen Posten als Vorsitzender der Jungen Union auf. Zuletzt hatten ihm viele Unionsleute seine Reise zum Geburtstagsempfang für Altkanzler Gerhard Schröder in St. Petersburg nachgetragen, bei dem es auch ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gab.