+++ Regierungsbildung +++ So lief die Vorstellung des Koalitionsvertrages
Union und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag verständigt – die Basis für eine neue Regierung ist gelegt. Hier finden Sie die Entwicklungen des Tages zum Nachlesen.
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Wir beenden unser Blog an dieser Stelle. Wie es mit der neuen Koalition weitergeht, lesen Sie auf SPIEGEL.de
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Wehrdienst bei der Bundeswehr bleibt »zunächst« freiwillig
Mein Kollege Matthias Gebauer, der über Verteidigungspolitik und die Bundeswehr berichtet, hat sich die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags zum Thema Wehrpflicht näher angesehen. Er schreibt:
Beim Streitthema Wehrpflicht konnten sich die Koalitionäre auf einen Kompromiss einigen, mit dem beide Seiten leben können. Die Union hatte im Wahlkampf vehement die Rückkehr der allgemeinen Wehrpflicht eingefordert, die SPD setzte auf das von Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits ausgearbeitete Modell nach dem Vorbild von Schweden. Dort müssen junge Männer und Frauen zunächst einen Fragebogen zur Gesundheit und ihrer Einstellung zu einer Militärausbildung ausfüllen. Nur, wenn sich danach nicht genug Freiwillige melden, greift die Wehrpflicht.
Ein ganz ähnliches Modell soll nun noch dieses Jahr in Deutschland eingeführt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte das Kabinett in der Zeit der Ampelregierung bereits abgesegnet. Alle Männer und Frauen ab 18 werden angeschrieben, nur die Männer müssen den Fragebogen ausfüllen. Die Planer von Pistorius erhoffen sich, dass sich allein durch den breit gestreuten Fragebogen im ersten Jahr bis zu 15000 Freiwillige für einen Grundwehrdienst melden, eine Pflicht soll es aber nicht geben.
Eine Hintertür zur Rückkehr der allgemeinen Wehrpflicht ist jedoch auch im Koalitionsvertrag enthalten. Demnach setzen Union und SPD auf »einen neuen attraktiven Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert«. Kommen die für den Aufwuchs der aktiven Bundeswehr und der derzeit viel zu kleinen Reserve in den ersten Jahren nicht genug Freiwillige zusammen, würde die Regierung demnach wohl über weitere verpflichtende Elemente beraten. Eine ähnliche Klausel hatte das Verteidigungsministerium bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgeschlagen.
Beim Streitthema Wehrpflicht konnten sich die Koalitionäre auf einen Kompromiss einigen, mit dem beide Seiten leben können. Die Union hatte im Wahlkampf vehement die Rückkehr der allgemeinen Wehrpflicht eingefordert, die SPD setzte auf das von Verteidigungsminister Boris Pistorius bereits ausgearbeitete Modell nach dem Vorbild von Schweden. Dort müssen junge Männer und Frauen zunächst einen Fragebogen zur Gesundheit und ihrer Einstellung zu einer Militärausbildung ausfüllen. Nur, wenn sich danach nicht genug Freiwillige melden, greift die Wehrpflicht.
Ein ganz ähnliches Modell soll nun noch dieses Jahr in Deutschland eingeführt werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hatte das Kabinett in der Zeit der Ampelregierung bereits abgesegnet. Alle Männer und Frauen ab 18 werden angeschrieben, nur die Männer müssen den Fragebogen ausfüllen. Die Planer von Pistorius erhoffen sich, dass sich allein durch den breit gestreuten Fragebogen im ersten Jahr bis zu 15000 Freiwillige für einen Grundwehrdienst melden, eine Pflicht soll es aber nicht geben.
Eine Hintertür zur Rückkehr der allgemeinen Wehrpflicht ist jedoch auch im Koalitionsvertrag enthalten. Demnach setzen Union und SPD auf »einen neuen attraktiven Wehrdienst, der zunächst auf Freiwilligkeit basiert«. Kommen die für den Aufwuchs der aktiven Bundeswehr und der derzeit viel zu kleinen Reserve in den ersten Jahren nicht genug Freiwillige zusammen, würde die Regierung demnach wohl über weitere verpflichtende Elemente beraten. Eine ähnliche Klausel hatte das Verteidigungsministerium bereits im Herbst vergangenen Jahres vorgeschlagen.
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Was wurde aus Merz’ Wirtschaftsversprechen?
Der deutschen Wirtschaft geht es schlecht, der künftige Kanzler Merz hat vor der Wahl Entlastung versprochen bei Steuern, Energie, Bürokratie und Sozialsystemen. Was davon wird bei den Bürgern ankommen? Lesen Sie hier die Analyse meiner Kollegen David Böcking, Florian Diekmann und Benedikt Müller-Arnold.

Sebastian Christoph Gollnow / dpa
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Analyse: Die Muss-ja-Koalition
Im Koalitionsvertrag ist von Aufbruch wenig zu spüren, schreibt mein Kollege Christian Teevs. Dafür sind die Fallstricke schon absehbar. Die ganze Analyse lesen Sie hier.

Foto: Fabrizio Bensch / REUTERS
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Lauterbach: Hätte gern weitergemacht
Eines ist klar: Karl Lauterbachs Zeit als Gesundheitsminister geht zu Ende. Das Ressort geht in der künftigen Bundesregierung an die CDU, wie der Koalitionsvertrag festlegt. »Kein Geheimnis, ich hätte als Minister gerne weitergearbeitet«, sagte der SPD-Politiker. »Ich bin aber sicher, dass mein Nachfolger diese Aufgaben erfolgreich bewältigen wird und wünsche dabei viel Glück und Erfolg.«
Die neue Koalition werde dafür sorgen, dass die Versorgung besser werde – mit einer Patientensteuerung durch Hausärzte, einer Garantie auf Termine, einer Notfallreform und einer Fortsetzung der Digitalisierung und der Krankenhausreform. Selbst hatte Lauterbach als Minister wegen des Bruchs der Ampelkoalition mehrere Vorhaben nicht mehr umsetzen können.
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Bas und Heil witzeln über Postenvergabe
Die Ministerien sind zwischen den Parteien verteilt, die genaue Personalkonstellation ist aber offen. Nun wird munter gemutmaßt, wer künftig der Regierung angehört. Unter anderem wird spekuliert, dass der bisherige Arbeitsminister Hubertus Heil seinen Job abgeben muss und von Ex-Bundestagspräsidentin Bärbel Bas abgelöst wird. Die beiden reagieren darauf mit einem Gag, den wohl nur eingefleischte Polit-Nerds wirklich lustig finden.
»Wir wundern uns, dass in keiner Personalliste der MdB Jakob Maria Mierscheid auftaucht«, schrieb Heil auf X und postete dazu ein Foto von Bas und sich. Mierscheid ist eine fiktive Politikerfigur, die den Typ des parlamentarischen Hinterbänklers auf die Schippe nimmt. Er hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag.
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Pressestimmen zum Koalitionsvertrag
Die »Süddeutsche Zeitung« sieht das Vertragswerk kritisch: »Schwarz-Rot ist alles in allem weniger ein Bündnis für Fortschritt als eines, das bewahren will. Das mag in einer Zeit, in der die deutsche Sicherheit und der deutsche Wohlstand auf dem Spiel stehen, schon ein sehr ehrgeiziges Ziel sein. Vermutlich wären viele Deutsche froh, wenn die Lage in vier Jahren – trotz Trump und Putin – nicht wesentlich schlechter aussähe als heute. Eine ganz große politische Wende aber bleibt aus, ebenso ein spektakulärer Impuls für die Wirtschaft. Stattdessen versprechen Union und SPD neue alte Wohltaten wie die niedrige Gastro-Steuer, den verbilligten Agrardiesel oder die nächste Anhebung der Mütterrente. Diese teuren Geschenke, eingefordert besonders von der CSU, stehen eher für das Bewahren des Komforts der Vergangenheit als für den Aufbruch in eine Zeit, in der Zumutungen nicht ausbleiben werden.«
Das »Handelsblatt« fragt sich, ob der Vertrag der Lage in Deutschland gerecht wird: Haben also die Verhandler von Union und SPD den Ernst der Lage wirklich verstanden? Ja, das Paket für die Wirtschaft stimmt, auch wenn man sich vielleicht noch viel mehr gewünscht hätte. (…) Die Wirtschaft hatte Punkte adressiert: sinkende Energiepreise – die es nun gibt. Bürokratieabbau und Fachkräftemangel. Steuerliche Entlastungen standen nie im Vordergrund, wenn es um die Wünsche der Unternehmen ging. Ein wirklicher Big Bang ist nun die Abschaffung des deutschen Lieferkettengesetzes. Die Berichtspflicht nach dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ›wird unmittelbar abgeschafft und entfällt komplett‹, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Auch die Arbeitszeiterfassung wird entschärft.
Das »Handelsblatt« fragt sich, ob der Vertrag der Lage in Deutschland gerecht wird: Haben also die Verhandler von Union und SPD den Ernst der Lage wirklich verstanden? Ja, das Paket für die Wirtschaft stimmt, auch wenn man sich vielleicht noch viel mehr gewünscht hätte. (…) Die Wirtschaft hatte Punkte adressiert: sinkende Energiepreise – die es nun gibt. Bürokratieabbau und Fachkräftemangel. Steuerliche Entlastungen standen nie im Vordergrund, wenn es um die Wünsche der Unternehmen ging. Ein wirklicher Big Bang ist nun die Abschaffung des deutschen Lieferkettengesetzes. Die Berichtspflicht nach dem deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz ›wird unmittelbar abgeschafft und entfällt komplett‹, wie es im Koalitionsvertrag heißt. Auch die Arbeitszeiterfassung wird entschärft.
Die »Südwest Presse« sieht im Koalitionsvertrag Stückwerk: »Es geht um die Zukunft unseres Landes«, betonte der wahrscheinlich neue Kanzler Friedrich Merz. Leider spiegelt sich diese Erkenntnis nicht im Koalitionsvertrag. Strittige, aber enorm wichtige Reformfelder packt das Bündnis erst mal nicht an, sondern setzt auf Kommissionen, die Reformvorschläge machen sollen. Dabei dürfte es insbesondere Merz bekannt sein, dass es in der Bundesrepublik kein Erkenntnisproblem gibt, sondern ein Umsetzungsproblem. Schließlich hat er es selbst immer wieder so gesagt. Die Grundlagen für einen wirklichen Erfolg der Koalition für die Zukunft des Landes legt der Koalitionsvertrag nur in Ansätzen.
Die »Nürnberger Nachrichten« sehen die Wahlversprechen den Union nicht erfüllt: Diese Koalition muss führen, sie muss mit einer Stimme auftreten, sie muss auch mit Taten für Aufbruch sorgen in einem Land, das seine Stärken vernachlässigt und auch schlechtgeredet hat. Wer die Vorhaben durchliest, der sieht ein solides, sinnvolles, aber gewiss nicht sensationelles Vertragswerk. Eines ist dieser Koalitionsvertrag gewiss nicht: eine Politik-Wende, wie sie vor allem die Unionsparteien im Wahlkampf versprochen hatten.
Die »Bild«-Zeitung zieht einen Fußballvergleich: »Mit der neuen Koalition ist es wie beim Fußball: Der schönste Matchplan nützt rein gar nichts, wenn du nachher keine Topspieler für Sturm und Verteidigung hast. Schwarz-Rot hat jetzt mit dem Koalitionsvertrag eine Strategie vorgelegt. Aber noch wissen wir nicht, wer nachher auf dem Platz stehen wird. Ob diese Koalition eine Wirtschaftswende hinbekommt, hängt nicht zuletzt vom Wirtschaftsminister ab. Es wird auf den Innenminister ankommen, ob sich bei der illegalen Migration endlich grundsätzlich etwas ändert und ob unsere Straßen wieder sicherer werden. Es wird auf den Verteidigungsminister ankommen, ob unsere Armee in wenigen Jahren kriegstüchtig sein wird. Es wird auf den Finanzminister ankommen, ob nur neue Schulden gemacht werden oder auch gespart wird. Und es wird auf Außenminister und Kanzler ankommen, ob wir Putin und Trump die Stirn werden bieten können.«
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Was Union und SPD vereinbart haben – der Volltext
Falls Sie Lust auf etwas anregende Abendlektüre haben: Hier können Sie den Koalitionsvertrag in voller Länge nachlesen.

Foto: Sebastian Christoph Gollnow / dpa
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Die FDP gehört dem neuen Bundestag nicht mehr an. Christian Dürr, bis vor Kurzem noch Fraktionschef der Liberalen, sieht den Koalitionsvertrag kritisch. »Deutschland wird zukünftig von Mutlosigkeit regiert. Mit dem Koalitionsvertrag steht es schwarz auf weiß: Mit Friedrich Merz und seiner schwarz-roten Koalition bleibt der versprochene Politikwechsel aus«, sagte Dürr.
Er vermisse echte Reformen und kritisiert, es würden sogar noch ein zusätzliches Ministerium und Posten für Staatsminister geschaffen. »Dass erst 2032 die Unternehmenssteuern wirklich gesenkt werden sollen, ist angesichts der Krise völlig unverständlich und es steht in den Sternen, ob das überhaupt kommt«, so Dürr.
Er vermisse echte Reformen und kritisiert, es würden sogar noch ein zusätzliches Ministerium und Posten für Staatsminister geschaffen. »Dass erst 2032 die Unternehmenssteuern wirklich gesenkt werden sollen, ist angesichts der Krise völlig unverständlich und es steht in den Sternen, ob das überhaupt kommt«, so Dürr.
Bei den Schulden habe alles schnell gehen müssen, bei der Wirtschaftswende werde jeder noch so kleine Schritt auf die lange Bank geschoben. Dürr, der Christian Lindner als FDP-Chef beerben möchte, gehört dem Präsidium seiner Partei an.
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Migration: Zurück in die Zukunft
Will Merz seine Anhänger und Parteimitglieder nicht enttäuschen, muss er besonders auf dem Feld der Migration liefern. Im Wahlkampf zeigte er sich kompromisslos. Bei der Vorstellung des Koalitionsvertrages verkündete Söder nun, das Dokument sei »ein Zurück wie vor 2015«, also wie vor der Flüchtlingskrise. Aber was steht wirklich im Dokument?
- Die »Turbo-Einbürgerung«, die derzeit in Ausnahmefällen schon nach drei Jahren möglich ist, will Schwarz-Rot wieder abschaffen. Ganz rückabwickeln will die Koalition die Ampelreform des Staatsbürgerschaftsrechts aber nicht.
- Der Familiennachzug wird zwei Jahre lang ausgesetzt, zumindest für Menschen, denen zwar in ihrem Heimatland Gefahr droht, denen aber kein Flüchtlingsschutz oder eine Asylberechtigung gewährt wurde.
- An den deutschen Grenzen will die Koalition auch Asylsuchende zurückweisen – in »Abstimmung« mit den europäischen Nachbarn. Von einem »faktischen Einreiseverbot für Menschen« ohne gültige Einreisedokumente, wie Merz es gefordert hatte, steht aber nichts im Dokument.

Ausweiskontrolle in einem Zug. Foto: Daniel Karmann / dpa
- Ukrainer, die nach dem 1. April nach Deutschland gekommen sind, sollen nicht mehr automatisch Bürgergeld bekommen, sondern zunächst die geringeren Asylbewerberleistungen.
- Söder betonte zudem, dass künftig überall in Deutschland die Bezahlkarte für Asylsuchende in Deutschland eingeführt wird – was den Anreiz, in die Bundesrepublik zu kommen, reduzieren soll.
- Ausreisepflichtige Gefährder und schwere Straftäter sollen nach der Haft in dauerhaften Ausreisearrest kommen, bis sie das Land verlassen haben.
Beim ersten Check wird klar: Die Union hat sich zwar in einigen Punkten durchgesetzt. Jetzt kommt es aber darauf an, ob sich durch die Reformen auch in der Wahrnehmung der Menschen spürbar etwas verändert.
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Florian Diekmann
Wirtschaft
Analyse: Angst vor unangenehmen Wahrheiten beim Sozialen
Aus sozialpolitischer Sicht fällt der erste Eindruck des Koalitionsvertrags ernüchternd aus. Für die anstehenden Probleme haben sich die künftigen Regierungspartner kaum auf tiefgreifende und vor allem überzeugende konkrete Maßnahmen geeinigt.
Ob bei Rente, Gesundheitssystem oder Pflege: In den Sozialversicherungen stehen die Zeichen auf Notstand. Wichtigster Grund ist die Demografie. In den kommenden zehn Jahren geht die Babyboomer-Generation in den Ruhestand, während weit weniger junge Menschen das Erwerbsalter erreichen. Dadurch gehen den Sozialversicherungen auf der Einnahmeseite nicht nur Beitragszahlende verloren – zugleich steigen die Ausgaben für Rente, Pflege und medizinische Versorgung erheblich. Die Folge: Die Beitragssätze werden weiter stark steigen, binnen der nächsten zwei Jahrzehnte geschätzt von jetzt gut 40 Prozent auf etwa 50 Prozent des Bruttolohns.
Ob bei Rente, Gesundheitssystem oder Pflege: In den Sozialversicherungen stehen die Zeichen auf Notstand. Wichtigster Grund ist die Demografie. In den kommenden zehn Jahren geht die Babyboomer-Generation in den Ruhestand, während weit weniger junge Menschen das Erwerbsalter erreichen. Dadurch gehen den Sozialversicherungen auf der Einnahmeseite nicht nur Beitragszahlende verloren – zugleich steigen die Ausgaben für Rente, Pflege und medizinische Versorgung erheblich. Die Folge: Die Beitragssätze werden weiter stark steigen, binnen der nächsten zwei Jahrzehnte geschätzt von jetzt gut 40 Prozent auf etwa 50 Prozent des Bruttolohns.

Foto: Odd Andersen / AFP
Bei allen drei Sozialversicherungen agiert die Koalition nach dem Motto: »Und wenn ich nicht mehr weiterweiß, gründ' ich einen Arbeitskreis.« Rente: eine Rentenkommission soll einberufen werden und bis Mitte der Legislatur – also 2027 – ihre Ergebnisse vorlegen. Krankenkassen: Eine »Kommission unter Beteiligung von Expertinnen und Experten und Sozialpartnern« soll bis Frühjahr 2027 Vorschläge erarbeiten. Pflege: Eine »Bund-Länder-Arbeitsgruppe auf Ministerebene unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände« soll Grundlagen einer »großen Pflegereform« erarbeiten – noch in diesem Jahr.
Derweil verschärft die Koalition die finanziellen Belastungen noch erheblich: Das Rentenniveau wird nun bis 2031 auf dem jetzigen Stand von 48 Prozent garantiert – Kosten laut Schätzung des Ministeriums: 9,1 Milliarden Euro allein im Jahr 2030. (Sollte die Garantie danach verlängert werden, wären es 2035 gut 28 Milliarden Euro und im Jahr 2040 dann rund 40 Milliarden Euro. Pro Jahr.) Die Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder wird abermals angehoben – Kosten: gut 4,5 Milliarden Euro im Jahr für eine armutspolitisch sehr ungenaue Leistung, da sie sowohl an arme als auch reiche Mütter und Väter ausgezahlt wird. Immerhin, die Mehrkosten für beides sollen komplett aus Steuermitteln bezahlt werden.
Beim Bürgergeld hält der Koalitionsvertrag der Aussage von Markus Söder (CSU) nicht stand, das Gesetz werde »abgeschafft«. Das stimmt schon formal nicht. Das Gesetz wird nach wie vor Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) heißen, wie schon zu Hartz-IV-Zeiten und aktuell beim Bürgergeld. Es ist aber vor allem inhaltlich falsch, denn in Wirklichkeit wird sich nur sehr wenig ändern in der Grundsicherung. Das System bleibt, es heißt nur anders.
Derweil verschärft die Koalition die finanziellen Belastungen noch erheblich: Das Rentenniveau wird nun bis 2031 auf dem jetzigen Stand von 48 Prozent garantiert – Kosten laut Schätzung des Ministeriums: 9,1 Milliarden Euro allein im Jahr 2030. (Sollte die Garantie danach verlängert werden, wären es 2035 gut 28 Milliarden Euro und im Jahr 2040 dann rund 40 Milliarden Euro. Pro Jahr.) Die Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder wird abermals angehoben – Kosten: gut 4,5 Milliarden Euro im Jahr für eine armutspolitisch sehr ungenaue Leistung, da sie sowohl an arme als auch reiche Mütter und Väter ausgezahlt wird. Immerhin, die Mehrkosten für beides sollen komplett aus Steuermitteln bezahlt werden.
Beim Bürgergeld hält der Koalitionsvertrag der Aussage von Markus Söder (CSU) nicht stand, das Gesetz werde »abgeschafft«. Das stimmt schon formal nicht. Das Gesetz wird nach wie vor Zweites Sozialgesetzbuch (SGB II) heißen, wie schon zu Hartz-IV-Zeiten und aktuell beim Bürgergeld. Es ist aber vor allem inhaltlich falsch, denn in Wirklichkeit wird sich nur sehr wenig ändern in der Grundsicherung. Das System bleibt, es heißt nur anders.
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Grünenchef Banaszak sieht peinlichen Auftritt der Neu-Koalitionäre
Die künftig wieder oppositionellen Grünen legen mit der Kritik bereits los:
»Gemessen daran, vor welchen Aufgaben dieses Land gerade steht, gemessen daran, wie schwierig – und ich würde sagen: murksig – dieses Koalitionsbildung bisher war (…), gemessen daran war dieser Auftritt gerade schon ziemlich schräg, ich würde sagen: peinlich«, sagt Grünen-Co-Chef Felix Banaszak. Er bemängelt, dass sich Union und SPD mit Banalitäten aufgehalten hätten, etwa dazu, wer sich duze und wer nicht. »Dieser Klamauk wird der Lage nicht gerecht«, so Banaszak.
Die designierten schwarz-roten Regierungspartner würden die drei derzeitigen großen existenziellen Krisen verkennen, so Banaszak. Dies seien »die Klimakrise, aber auch die Erosion regelbasierten Ordnung in der Welt und nicht zuletzt das Erstarken des Rechtsextremismus, ja des globalen Rechtsextremismus«, so Banaszak. »Auf keine dieser drei zentralen Herausforderungen für unsere Zeit, haben die, die sich da zusammentun, den Hauch einer Antwort.«
»Gemessen daran, vor welchen Aufgaben dieses Land gerade steht, gemessen daran, wie schwierig – und ich würde sagen: murksig – dieses Koalitionsbildung bisher war (…), gemessen daran war dieser Auftritt gerade schon ziemlich schräg, ich würde sagen: peinlich«, sagt Grünen-Co-Chef Felix Banaszak. Er bemängelt, dass sich Union und SPD mit Banalitäten aufgehalten hätten, etwa dazu, wer sich duze und wer nicht. »Dieser Klamauk wird der Lage nicht gerecht«, so Banaszak.
Die designierten schwarz-roten Regierungspartner würden die drei derzeitigen großen existenziellen Krisen verkennen, so Banaszak. Dies seien »die Klimakrise, aber auch die Erosion regelbasierten Ordnung in der Welt und nicht zuletzt das Erstarken des Rechtsextremismus, ja des globalen Rechtsextremismus«, so Banaszak. »Auf keine dieser drei zentralen Herausforderungen für unsere Zeit, haben die, die sich da zusammentun, den Hauch einer Antwort.«

Foto: Sebastian Christoph Gollnow / dpa
Auf Deutschland werde es in den nächsten Jahren ankommen, für den globalen Klimaschutz weiter Vorreiter zu sein. »Und wir haben ihnen mit den 500 Milliarden Euro die Grundlage dafür gegeben, Klimaschutz wirklich umzusetzen. Sie wollen es nicht nutzen. Der politische Wille fehlt, und das ist eine schlechte Nachricht für die Zukunft unseres Landes.« Banaszak resümiert, es sei wenig von der Koalition zu erwarten, die Spaltung im Land werde vertieft werden.
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Die Übersicht: Welche Partei welchen Posten besetzen soll
Welche Personen künftig der Bundesregierung angehören, steht noch nicht fest. Aber welche Partei für welchen Posten vorgesehen ist, ist bereits geklärt. Der Überblick.
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Und das Personal?
Der Koalitionsvertrag liegt vor, die Aufteilung der Ministerien zwischen CDU, CSU und SPD ist darin auch geregelt. Bleibt also noch die Frage, welche Personen künftig ins Kabinett rücken. Gesetzt scheinen bislang außer dem CDU-Vorsitzenden Merz als Regierungschef noch sein SPD-Amtskollege Klingbeil als Finanzminister und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt als Innenminister. Für die weiteren Ressorts gibt es noch viele Fragezeichen.
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Linda Tutmann
Hauptstadtbüro

Reaktionen: »Wählerbetrug«, »Koalition der Hoffnungslosigkeit«
Nach Ende der Pressekonferenz tritt auf der Fraktionsebene Alice Weidel vor die Kameras. Was sie sagt, ist keine Überraschung. Sie schimpft auf die neue Koalition, auf den Vertrag, auf Friedrich Merz. Sie spricht von der »kleinen« Koalition, von einem Kapitulationsvertrag und davon, dass Merz schon jetzt auf breiter Front gescheitert sei. Das Papier trage die Handschrift der SPD und die Union feiere sich für faule Kompromisse. »Wählerbetrug« sei das und knüpfe an der Merkel Ära an. In der nächsten Regierung sitzen wir, heißt es am Ende. Es klingt wie eine Drohung.
Ein paar Minuten später, während die AfD noch ihre Kabel zusammen rollt, sprechen die Linken Chefinnen Heidi Reichinnek und Ines Schwerdtner. Auch sie kritisieren die Einigung zwischen SPD und Union. »Koalition der Hoffnungslosigkeit« nennen sie die neue Koalition. Keine Reichensteuer, keine Bewegung beim Kindergeld, ein Weiter so bei den Kitas, Verschärfung beim Thema Migration. Ihr Fazit: Eine Politik der Militarisierung und Sozialabbau werde den Rechten Zulauf bescheren.
Ein paar Minuten später, während die AfD noch ihre Kabel zusammen rollt, sprechen die Linken Chefinnen Heidi Reichinnek und Ines Schwerdtner. Auch sie kritisieren die Einigung zwischen SPD und Union. »Koalition der Hoffnungslosigkeit« nennen sie die neue Koalition. Keine Reichensteuer, keine Bewegung beim Kindergeld, ein Weiter so bei den Kitas, Verschärfung beim Thema Migration. Ihr Fazit: Eine Politik der Militarisierung und Sozialabbau werde den Rechten Zulauf bescheren.
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Analyse: Der Koalitionsvertrag und die Klimapolitik
Erster Eindruck des Koalitionsvertrages aus klimapolitischer Sicht: Es gibt Licht und Schatten – und sehr sehr viele schwammige Formulierungen. Bei vielem wird sich erst bei der Umsetzung zeigen, welche Folgen das für die deutschen Klimaziele hat. Aber gerade weil viele Klimapassagen so lustlos formuliert sind, gibt es viel Spielraum bei der Ambition – auch nach unten. Bestes Beispiel ist der immer noch enthaltende Widerspruch beim sogenannten »Heizungsgesetz«. Im Koalitionsvertrag auf S. 24 steht immer noch großspurig, die neue Regierung wird es »abschaffen«. Um dann einen Satz später zu schreiben, dass »die Sanierungs- und Heizungsförderung« fortgesetzt werden soll. Scheinbar soll das neue Gesetz den alten Wein in neue Schläuche füllen. Es sieht so aus, als müsste die Union hier auf etwas bestehen, was jedoch mit dem Bekenntnis zu den Klimazielen einfach nicht vereinbar ist.
Und die gibt es auf jeden Fall – und damit zu den erfreulichen Passagen des Vertrages: die Regierung will weiterhin einen »entschlossenen Ausbau Erneuerbarer Energien« und auch am deutschen Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden, festhalten, das bereits einige infrage stellten. Auch das europäische Klimaziel für 2040 von minus 90 Prozent der Emissionen gegenüber 1990 will die neue Regierung mittragen.
Dafür will man aber nicht mehr machen und auch noch ein Schlupfloch über Klimagutschriften einbauen. Schafft man die Ziele nicht, könnte man die Löcher dann etwa mit CO₂-Einsparungen aus Windparks in Marokko stopfen. Klingt leider nach einer Ausrede, hierzulande weniger zu machen.
Dafür will man aber nicht mehr machen und auch noch ein Schlupfloch über Klimagutschriften einbauen. Schafft man die Ziele nicht, könnte man die Löcher dann etwa mit CO₂-Einsparungen aus Windparks in Marokko stopfen. Klingt leider nach einer Ausrede, hierzulande weniger zu machen.
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Die Pressekonferenz ist nach rund 70 Minuten beendet.
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Bleibt Esken?
SPD-Chefin Esken wollte sich nicht klar über ihre persönliche Zukunft äußern. Man werde noch Konsequenzen aus dem schlechten Wahlergebnis ziehen und auch die künftige Aufstellung der Partei vorbereiten, kündigt sie an. Man habe daher den SPD-Parteitag vorgezogen.
»Das ist eine sehr, sehr ernsthafte Sache, die wir gemeinsam zu besprechen haben und die ich nicht in der Öffentlichkeit diskutiere, sondern im Team.« Damit wird die Fragerunde geschlossen.
»Das ist eine sehr, sehr ernsthafte Sache, die wir gemeinsam zu besprechen haben und die ich nicht in der Öffentlichkeit diskutiere, sondern im Team.« Damit wird die Fragerunde geschlossen.

Foto: Tobias Schwarz / AFP
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Umgang in der Koalition: Die Ampel als abschreckendes Beispiel
Friedrich Merz kündigt einen neuen Stil der Bundesregierung an. Konflikte müssten intern diskutiert werden, die gefundenen Kompromisse dann gemeinsam nach außen vertreten werden. Der Koalitionsausschuss soll bei Schwarz-Rot das Gremium sein, in dem das fortgesetzt werden soll, was man sich in den Koalitionsverhandlungen erarbeitet hat: eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
SPD-Chefin Saskia Esken weiß nur zu gut, wie es der Ampel da gegangen ist. Der Ausschuss habe gar nicht mehr getagt, weil »man sich auch nichts mehr zu sagen hatte«. Das öffentliche Bild des ständigen Streits, so sehen es viele bei der Union, habe nicht nur die Ampel, sondern die Politik insgesamt diskreditiert, die Demokratie mit ihrem Ringen um Kompromisse. Merz wird sich daran messen lassen müssen, wenn erst einmal der Regierungsalltag Einzug hält.
SPD-Chefin Saskia Esken weiß nur zu gut, wie es der Ampel da gegangen ist. Der Ausschuss habe gar nicht mehr getagt, weil »man sich auch nichts mehr zu sagen hatte«. Das öffentliche Bild des ständigen Streits, so sehen es viele bei der Union, habe nicht nur die Ampel, sondern die Politik insgesamt diskreditiert, die Demokratie mit ihrem Ringen um Kompromisse. Merz wird sich daran messen lassen müssen, wenn erst einmal der Regierungsalltag Einzug hält.
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Ah, eine Frage auf Englisch: Was sei die deutsche Botschaft an Donald Trump? Merz antwortet souverän auf Englisch. Diese Szene erinnert an den verstorbenen FDP-Chef Guido Westerwelle. Der hatte 2009 in ähnlicher Situation einen englischsprachigen Fragesteller abgebügelt: Man sei in Deutschland, da werde deutsch gesprochen. Etwas moderner ist unser Land also doch schon geworden in den letzten Jahren.
Friedrich Merz. Reuters
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Merz rechtfertigt weiteres Ministerium
Auf die Frage, ob die Union nun nicht mit einem weiteren Ministerium aus den Koalitionsverhandlungen herausgehe, obwohl man vorab eine Staatsverschlankung versprochen habe, antwortet Merz nicht klar. »Wir haben über die Frage der Verteilung der Ressorts sehr intensiv diskutiert«, sagt Merz. Am Ende stehe nun ein Kompromiss.
Merz verteidigt zudem, dass man ein Digitalministerium ausgekoppelt habe (vormals waren Verkehr und Digitales unter einem Dach). Außerdem sei innerhalb der Bundesbehörden eine Verringerung der Stellenzahl geplant, sekundiert Söder. »Insgesamt wird der Stellenapparat deutlich reduziert«, sagt Söder. »Insofern haben wir im Abwägen gesagt, dass das okay ist.« Dazu noch Merz: »Wir stellen hier keinen Elon Musk ein.« Man werde die Stellen sozialverträglich abbauen.
Merz verteidigt zudem, dass man ein Digitalministerium ausgekoppelt habe (vormals waren Verkehr und Digitales unter einem Dach). Außerdem sei innerhalb der Bundesbehörden eine Verringerung der Stellenzahl geplant, sekundiert Söder. »Insgesamt wird der Stellenapparat deutlich reduziert«, sagt Söder. »Insofern haben wir im Abwägen gesagt, dass das okay ist.« Dazu noch Merz: »Wir stellen hier keinen Elon Musk ein.« Man werde die Stellen sozialverträglich abbauen.
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»Es geht nicht immer nur ums Geld.« Oder doch?
»Müssen die Deutschen den Gürtel in Zukunft enger schnallen?«, will ein Journalist von Friedrich Merz wissen. »Ja, das ist eine Herausforderung«, gibt Merz mit Blick auf die Finanzierung des kommenden Haushalts zu. »Aber wir wollen Deutschland stark machen.« »Wie wir das machen«, das sei eine Aufgabe, die sowohl in der Rentenpolitik als auch in der Pflege »mit Reformen begleitet werden« müsse, so Merz.
Klingbeil ergänzt das mit einer seltsam anmutenden Aussage: »Es geht nicht immer nur ums Geld.« Schließlich mache es hierzulande manchmal »keinen Spaß«, ein Unternehmen zu gründen, ein Haus zu bauen, einen Verein zu führen. Es gehe daher darum, das Leben der Menschen zu verbessern. Und das Leben der Menschen werde »besser«, wenn die Züge pünktlicher kämen, die Kitas gestärkt würden. »Manchmal sind es weniger die finanziellen Fragen, sondern: Trauen wir uns an der ein oder anderen Stelle, den Knoten durchzuschlagen«, etwa beim Thema Bürokratieabbau.
Auf die zweite Frage des Journalisten, ob denn mittlerweile mit den europäischen Partnern geklärt worden sei, was in Sachen Migration denn »Abstimmung« heiße, sagt Merz: »Abstimmung bedeutet Abstimmung.« Er habe zuletzt mit den wichtigsten europäischen Partnern gesprochen. Zudem habe er »mit sehr viel Sympathien begleitet«, was Länder wie Dänemark oder Italien diesbezüglich für Maßnahmen getroffen hätten.
Klingbeil ergänzt das mit einer seltsam anmutenden Aussage: »Es geht nicht immer nur ums Geld.« Schließlich mache es hierzulande manchmal »keinen Spaß«, ein Unternehmen zu gründen, ein Haus zu bauen, einen Verein zu führen. Es gehe daher darum, das Leben der Menschen zu verbessern. Und das Leben der Menschen werde »besser«, wenn die Züge pünktlicher kämen, die Kitas gestärkt würden. »Manchmal sind es weniger die finanziellen Fragen, sondern: Trauen wir uns an der ein oder anderen Stelle, den Knoten durchzuschlagen«, etwa beim Thema Bürokratieabbau.
Auf die zweite Frage des Journalisten, ob denn mittlerweile mit den europäischen Partnern geklärt worden sei, was in Sachen Migration denn »Abstimmung« heiße, sagt Merz: »Abstimmung bedeutet Abstimmung.« Er habe zuletzt mit den wichtigsten europäischen Partnern gesprochen. Zudem habe er »mit sehr viel Sympathien begleitet«, was Länder wie Dänemark oder Italien diesbezüglich für Maßnahmen getroffen hätten.
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Merz' Botschaft an Trump: »Germany is back on track«
Angesprochen auf den Umgang mit US-Präsident Donald Trump wagt Merz eine milde Kampfansage. »Germany is back on track«, also zurück in der Spur. Man werde die Verpflichtungen zur Verteidigung erfüllen und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Außerdem werde man auf ein starkes Europa setzen.

Foto: Christoph Soeder / EPA
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Wie friedlich wird die neue Koalition?
Friedrich Merz sagt, der Koalitionsvertrag sei »auf der Basis großer Übereinstimmung« formuliert worden, es gebe keinen versteckten Dissens. Man habe aus dem ständigen öffentlichen Streit der gescheiterten Ampel gelernt – dieser dürfe sich nicht wiederholen. Keine Minute vorher hatte Markus Söder angekündigt: »Sie werden von mir hören.« Er wird nicht in der Regierung sitzen, aber »öfter mal kommen«. Das bedeutet, die CSU wird ihre identitätsstiftende Tradition fortführen: Im Bund mitregieren, aus Bayern kritisieren.
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Einigkeit über schlechte Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
»Wir haben am Montag schon alle verstanden, was da passiert ist«, sagt Merz mit Blick auf die von Donald Trump losgetretene Zoll-Lawine und die Folgen an den Börsen. Deswegen sei allen rasch klar gewesen: »Wir müssen schnell zu Ergebnissen kommen.« Nicht nur für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland, sondern auch für Investoren, die auf Deutschland schauen, sagt Merz.
Klingbeil ergänzt, alle seien sich einig gewesen, dass es um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands derzeit nicht allzu gut bestellt sei. »Ja, wir hatten Konflikte, da müssen wir nicht drum herumreden«, sagt Klingbeil. »Jop«, sagt Merz. Dass man Deutschland, insbesondere die Wirtschaft stärken müsse, darüber habe es aber keinen Dissens gegeben, so Klingbeil.
Klingbeil ergänzt, alle seien sich einig gewesen, dass es um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands derzeit nicht allzu gut bestellt sei. »Ja, wir hatten Konflikte, da müssen wir nicht drum herumreden«, sagt Klingbeil. »Jop«, sagt Merz. Dass man Deutschland, insbesondere die Wirtschaft stärken müsse, darüber habe es aber keinen Dissens gegeben, so Klingbeil.
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