Dschihad-Rapper Wie Islamisten mit Pop Nachwuchs ködern
Mit Rap-Musik versuchen Islamisten gezielt, Jugendliche als Kämpfer und Attentäter zu rekrutieren. SPIEGEL TV-Magazin zeigt einen solchen Propaganda-Musikclip erstmals im deutschen Fernsehen. In dem Video ruft der vermummte Sänger zum heiligen Krieg "gegen die Kreuzfahrer" auf. Terrorchef Osama bin Laden wird als leuchtender Stern gepriesen. In den Händen hält der Sänger eine Pistole und den Koran. Die Macher des Videos stammen nach Informationen von SPIEGEL TV aus der Londoner Islamisten-Szene.
Sicherheitsexperten warnen davor, dass hier - anders als bei bisherigen Propagandavideos - mit Hilfe von Musik und Sprache erstmals Jugendliche direkt angesprochen werden. Die Raps richteten sich vor allem an junge Moslems aus sozial benachteiligten Schichten. Verbreitet werden die Videos über Internet-Chats und CD-Rom. SPIEGEL TV-Reporter Abdelasiem El Difraoui berichtet über die Dschihad-Rapper.
BIZARRE AL-QUAIDA-VIDEOS
"Affen und Schweine"
In einem Propaganda-Video feiert al-Qaida die Attentäter - und ködert so neues Personal. Zwei der Männer, die auf dem Boden sitzen, tragen Turban, ein dritter eine dunkle Wollmütze. Einer lacht, ein anderer streicht sich über das bärtige Kinn und blickt verträumt auf den grellgrünen Teppich. An der Wand hängt ein großer Papierbogen: "Die Zerstörung Amerikas" steht da in arabischer Schrift, darunter, wie von Kinderhand gemalt, eine Karte der USA, krumm und schief - und dennoch ein deutlicher Hinweis, dass in diesem Raum gerade der größte Terroranschlag der Geschichte vorbereitet wird. Die drei Männer heißen Walid al-Schari, Hamsa al-Ghamdi und Mohald al-Scheri. Der erste flog am 11. September um 8.45 Uhr in der von Mohammed Atta gelenkten Boeing 767 in den Nordturm des World Trade Center. Die beiden anderen rasten 18 Minuten später in der von Marwan al-Shehhi geführten Maschine in den Südturm. mehr...
IRAK
Lügen in Zeiten des Krieges
Vor knapp einem Jahr griffen die USA den Irak an, deklariert als Feldzug gegen den Terror, gestützt auf "Fakten und Beweise". Bereits ein paar Monate nach dem Krieg zeigte sich ein anderes Bild: Eine Melange aus Halbwahrheiten, Märchen und Lügen bereitete den Weg nach Bagdad. SPIEGEL ONLINE dokumentiert mehrere Fälle schwarzer Propaganda, die den Krieg rechtfertigen sollten. CIA-Chef George Tenet hat heute zugegeben, dass die US-Geheimdienste vor dem Irak-Krieg nur zum Teil genaue Kenntnisse über die Existenz von Massenvernichtungswaffen hatten. Auch wenn er sagt, die Suche sei keineswegs vorbei und behauptet, es gebe eindeutige Belege für biologische und chemische Waffen, sowie Pläne für Atomwaffen - vorgelegt wurden sie abermals nicht. mehr...
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