Franz Müntefering und seine SPD: Vom Parteisoldat zum Befehlshaber - DER SPIEGEL
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Franz Müntefering und seine SPD Vom Parteisoldat zum Befehlshaber

Es sei das "schönste Amt neben dem Papst", sagt Franz Müntefering über seine zukünftige Aufgabe als SPD-Parteichef. Der Arbeitersohn, dem das Wohlergehen seiner Sozialdemokraten eine Herzensangelegenheit ist, galt lange als Parteisoldat. Nun ist er Befehlshaber und die neue SPD-Hoffnung.
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"Ich kann nur kurze Sätze" ist einer dieser Sprüche, die Franz Müntefering so gern von sich gibt und die so viel über ihn sagen. Arbeitersohn, geradeaus, bodenständig, basisnah. "Münte" soll es jetzt richten, soll die schlingernde SPD auf Kurs bringen und dem Kanzler den Rücken zum Regieren freihalten. Zum neuen Parteichef wird der Sauerländer Ende März gewählt, eine breite Mehrheit ist ihm sicher.

Auf dem NRW-Parteitag in Bochum jedenfalls bekam Franz Müntefering am Samstag mindestens ebenso viel Beifall wie Gerhard Schröder. Dessen Rückzug von der Parteispitze bescherte seinem loyalen Soldaten Müntefering nicht nur das "schönste Amt neben dem Papst", sondern der SPD womöglich auch den langersehnten Aufschwung. Spiegel TV-Reporter Peter Hell und Dirk Schulze über die neue Hoffnung der SPD.


Schröder im Pott


"Ich bitte euch, helft mit!"


Vor vier Jahren wurde er fast aus der Halle geworfen, diesmal aber empfingen die nordrhein-westfälischen Genossen ihren Kanzler weitaus freundlicher. Beim ersten Basisbesuch mit Müntefering gelobte dieser beim Landesparteitag, nicht vom Reformkurs abzuweichen.

Bochum - Trotz des Widerstands von Gewerkschaften und Teilen der eigenen Partei will Gerhard Schröder seinen Reformkurs nicht nachbessern. Die Reformen seien die einzige Chance, die Funktionsfähigkeit der Sozialsysteme zu erhalten, sagte Schröder am Samstag beim Landesparteitag der nordrhein-westfälischen SPD in Bochum. "Man kann nicht alle Naselang mit der Forderung kommen, ändert dies, ändert jenes." Das schaffe nicht mehr sondern weniger Planbarkeit. mehr...





BUNDESPRÄSIDENTENWAHL


Zurückhaltung auf Vorstoß von Müntefering


CDU, CSU und FDP haben verhalten auf den Vorschlag des designierten SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering reagiert, den nächsten Bundespräsidenten gemeinsam zu bestimmen. Die Union ließ erkennen, dass sie einen bürgerlichen Kandidaten durchsetzen will. Die Grünen zeigten sich offen, stellten aber Bedingungen.

Berlin - Müntefering hatte gestern zu SPIEGEL ONLINE gesagt, er fände es "eine gute Botschaft für das Land, wenn diese Frage nicht im parteipolitischen Schützengraben geklärt wird". Einen Personalvorschlag machte er nicht. Die Bundesversammlung wählt am 23. Mai den neuen Präsidenten. Union und FDP haben dort eine Mehrheit, konnten sich aber noch nicht auf einen Kandidaten verständigen. mehr...





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